Kämpfe gegen Dschihadisten im libyschen Bengasi dauern auch nach "Befreiung" an

Panzer der Libyschen Nationalen Armee in Bengasi

Nach der Verkündung der Befreiung von Bengasi aus den Händen von Dschihadisten dauern die Kämpfe in der ostlibyschen Stadt an. Der Sprecher der Libyschen Nationalen Armee des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar, Milud Zwei, sagte am Sonntag, seit der Siegeserklärung vom Mittwoch seien 20 Soldaten von Dschihadisten getötet worden, die sich in Häusern verschanzt hatten. Am Sonntag seien zudem drei Soldaten durch Minenexplosionen getötet worden.

Die Soldaten hätten ihrerseits seit Mittwoch mehrere Dschihadisten getötet und 17 weitere festgenommen, fügte Zwei hinzu. Haftar hatte am Mittwoch erklärt, seine Truppen hätten Bengasi vollständig "vom Terrorismus befreit". Der abtrünnige General hatte im Frühjahr 2014 eine Offensive zur Eroberung Bengasis gestartet. Die Stadt befand sich damals in der Hand verschiedener Dschihadistengruppen, darunter der Islamische Staat (IS) und die Al-Kaida-nahen Gruppe Ansar al-Scharia.

Haftar erkennt die von der UNO anerkannte Einheitsregierung in Tripolis nicht an. Er unterstützt eine alternativ eingesetzte Regierung im Osten des Landes. In Libyen konkurrieren seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi 2011 zahlreiche Milizen und Clans sowie zwei rivalisierende Regierungen und Parlamente um die Macht. Dschihadistengruppen nutzten das Chaos, um sich in dem Land festzusetzen.

In der Region Garabulli östlich der Hauptstadt Tripolis lieferten sich am Sonntagabend Soldaten der Einheitsregierung Gefechte mit rivalisierenden Gruppen. Die UN-Mission in dem nordafrikanischen Land äußerte sich besorgt und warnte vor einer "neuen Eskalation".

In den vergangenen Tagen hatten sich um Garabulli Milizen versammelt, die dem von der Macht verdrängten Ex-Regierungschef Chalifa Gweil die Treue halten. Die Truppen der Einheitsregierung hatten die Milizen am Freitag davor gewarnt, nach Tripolis vorzurücken. Augenzeugen zufolge bereitete sich die Regierungsarmee auf eine Gegenwehr vor. Demnach fuhren am Wochenende Panzer und Armeefahrzeuge mit Luftabwehrgeschützen in Richtung Garabulli.