Käßmann nennt Halloween "ein reines Kommerzfest"

Zu Halloween sind die Geister los

Die Botschafterin der evangelischen Kirche für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, hegt Vorbehalte gegen Halloween-Feiern am Reformationstag. "Das ist ein reines Kommerzfest", sagte die 59-Jährige der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom Montag. "Mir tut das leid, denn Luther wollte uns ja nun gerade von der Angst vor Geistern befreien."

Das Merchandising um die 500-Jahr-Feier der Reformation verteidigte Käßmann jedoch. Solche Vermarktungsaktionen gebe es heute zu jedem Großereignis. "Wir hatten Luther-Bier, Luther-Brote und Luther-Playmobil. Den Papst gibt es als Spardose, als Anhänger und Postkarte", sagte Käßmann. Man solle es mit Luther halten: "Der hat gesagt: Das Evangelium kann nur mit Humor gepredigt werden. Und Humor tut der Evangelischen Kirche gut."

Der Reformationstag am Dienstag steht ganz im Zeichen des 500. Reformationsjubiläums und ist deshalb ausnahmsweise ein bundesweiter Feiertag. Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther der Überlieferung nach 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg. Es war der Anstoß für die kirchliche Erneuerungsbewegung, die Reformation.