Juve-Präsident fordert nach Elfer-Ärger Videobeweis

Andrea Agnelli ist Präsident von Juventus Turin

Nach dem Ärger im Viertelfinal-Rückspiel bei Real Madrid fordert Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin, die Einführung des Videobeweises.

"Wir haben die Technologie, um solche Fehler zu vermeiden und ich bin sicher, dass der Schiedsrichter die am meisten enttäuschte Person des Abends sein wird, wenn er sich den Mitschnitt des Spiels noch mal anschaut", sagte Agnelli nach dem bitteren Königsklassen-Aus seines Teams.

Schiedsrichter Michael Oliver hatte im Viertelfinal-Rückspiel zwischen Juve und Real in der Nachspielzeit einen umstrittenen Elfmeter gegeben. Cristiano Ronaldo nutzte die Chance und warf die Italiener mit seinem Tor zum 1:3 in letzter Minute aus dem Wettbewerb.

Bereits am Dienstag hatte die Partie zwischen Manchester City und dem FC Liverpool für Diskussionen gesorgt. Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz hatte den Treffer von Leroy Sane zum 2:0 wegen einer vermeintlichen Abseitsposition aberkannt. "Viele Verbände haben den Videoschiedsrichter schon eingeführt, es gibt diese Technologie also", meinte Agnelli. Nun müsse sie so schnell wie möglich auch in der Königsklasse eingeführt werden.


Ob Agnellis Worte bei der UEFA zu einem Umdenken führen? Denn der Italiener ist nicht nur Juve-Präsident, sondern als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge auch Vorsitzender der European Club Association (ECA), der Interessenvertretung der europäischen Fußballvereine.

Die europäische Fußball-Union hatte sich bisher gegen die Anwendung des Videobeweises gewehrt. "Wir werden den Videoassistenten in der nächsten Saison in der Champions League nicht nutzen", meinte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin Ende Februar. Der Videobeweis sorge bislang für zu viele Verwirrungen. Allerdings sei er nicht grundsätzlich gegen die technische Hilfe.


In der Bundesliga ist seit dieser Spielzeit in jeder Partie ein Videoschiedsrichter im Einsatz. Auch bei der WM in Russland wird die Technologie zum Einsatz kommen.