Justiz prüft Vergewaltigungsvorwürfe gegen französischen Haushaltsminister

Die französische Justiz hat ihre Untersuchungen gegen Haushaltsminister Gérald Darmanin wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung wieder aufgenommen. Die Entscheidung sei auf der Grundlage neuer schriftlicher Äußerungen des mutmaßlichen Opfers gefallen, verlautete von Seiten der Justiz in Paris am Samstag. Die Vorwürfe gegen den heute 35-jährigen Politiker gehen auf das Jahr 2009 zurück.

Die Frau, die gegen Darmanin die Anschuldigungen erhebt, habe im Januar einen neuen Brief an die Staatsanwaltschaft geschickt; sie werfe ihm vor, sie vergewaltigt zu haben, als sie in einer Rechtssache um Hilfe ersucht habe, hieß es aus Justizkreisen. Die Angaben bestätigen Informationen der Zeitung "Le Monde". Darmanins Anwalt Mathias Chicheportich vermutete hinter den Vorwürfen eine Rufmordversuch.

Darmanin hatte bereits im Juni vergangenen Jahres Klage wegen Verleumdung eingereicht. Mitte Januar dieses Jahres war der Minister selbst mit der Information an die Öffentlichkeit gegangen, dass gegen ihn Vorermittlungen unter anderem wegen "Machtmissbrauchs" und "Vergewaltigung" liefen.

Diese Untersuchungen wurden jedoch im Juli 2017 eingestellt, nachdem die 46-jährige Klägerin nicht zu Vernehmungen erschienen war. Laut "Le Monde" brachte die Frau mit ihrem neuerlichen Schreiben an die Staatsanwaltschaft die Untersuchung in der vergangenen Woche wieder ins Rollen. Den Justizkreisen zufolge wurde sie am Freitag vernommen. Premierminister Edouard Philippe sprach Darmanin am Samstag unterdessen sein "volles Vertrauen" aus.