Just Eat Takeaway – das Value-Schnäppchen im Liefermarkt!

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Lieferdienst
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Just Eat Takeaway (WKN: A2ASAC) ist nicht mein herkömmlicher Investitionsfall. Das Unternehmen wird noch über Jahre hinweg Geld verbrennen. Es gibt zahlreiche Konkurrenten und vor allem in Großstädten tauchen ständig neue Wettbewerber mit leicht abweichenden Konzepten auf.

Die Anleger trauen dem Braten offensichtlich auch nicht so recht und haben die Aktie auf Talfahrt geschickt. So ist die Firma an der Börse nur noch 9,2 Mrd. Euro wert (Stand: 20.12.2021). Mit einer Nettoverschuldung von rund 0,5 Mrd. Euro kommt der Lieferdienst auf einen Unternehmenswert von 9,7 Mrd. Euro. Und an dieser Stelle wird es für mich wieder interessant.

Die Mathematik hinter Just Eat Takeaway

Für seine Beteiligung an iFood hat Just Eat Takeaway ein Angebot in Höhe von 2,3 Mrd. Euro abgelehnt. Die brasilianische Plattform hat in ihren Märkten einen Marktanteil von über 80 %. Trotz höherer Investitionen in den Ausbau des Lebensmittelgeschäfts ist der Sprung in die Gewinnzone noch in Reichweite. Es ergibt Sinn, dass Just Eat Takeaway sich nicht gezwungen sieht, die Position zu billig zu verkaufen, sondern sich die Option für einen Verkauf erst mal offenhält.

Zieht man die 2,3 Mrd. Euro vom Unternehmenswert ab, verbleibt ein Unternehmenswert von 7,4 Mrd. Euro für den Rest der Gruppe. Im Gegensatz zu vielen anderen Wettbewerbern ist Just Eat Takeaway in vielen Ländern Marktführer und in Märkten wie Deutschland, Kanada und den Niederlanden im ersten Halbjahr 2021 zumindest auf EBITDA-Ebene (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) profitabel.

Die größte Baustelle ist wohl das US-Geschäft. Hier hat Just Eat Takeaway Grubhub für eine Unternehmensbewertung von 6,5 Mrd. Euro übernommen. Grubhub ist trotz des starken Wachstums der Verlierer unter den drei großen US-Lieferdiensten in der Pandemie. Das liegt daran, dass das Unternehmen im Gegensatz zu seinen Konkurrenten besonders stark in den Innenstädten der Großstädte ist.

Welche Faktoren zu einem Umschwung führen sollten

Grubhub sollte Marktanteile zurückgewinnen, wenn die Menschen in die Städte, Büros und Hochschulen zurückkehren. Das Management von Cat Rock Capital sieht eine Reihe von logischen Käufern für Grubhub. Für Unternehmen wie Amazon (WKN: 906866), Uber (WKN: A2PHHG) oder UPS (WKN: 929198) wäre Grubhub in den Augen der Investmentfirma eine logische Ergänzung zu ihren bestehenden Geschäften. Es scheint daher nicht unrealistisch, dass Just Eat Takeaway im Falle eines Verkaufs mindestens den Anschaffungswert wiedersehen könnte.

Der Rest des Geschäfts von Just Eat Takeaway kriegen Anleger also mehr oder weniger geschenkt. Das ist angesichts der Bewertung vieler anderer Wettbewerber recht erstaunlich. Delivery Hero (WKN: A2E4K4) zum Beispiel wird derzeit mit einem Unternehmenswert von 24,4 Mrd. Euro bewertet. Über kurz oder lang dürfte sich diese Diskrepanz wieder deutlich verringern.

Der Artikel Just Eat Takeaway – das Value-Schnäppchen im Liefermarkt! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Just Eat Takeaway und Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und empfiehlt Uber, sowie die folgenden Optionen: Long January 2022 $1920 Call auf Amazon und Short January 2022 $1940 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2021

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