Juso-Chef: Völlig egal, ob es den Parteichef betrifft

Martin Schulz (r) im Gespräch mit dem Juso Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert beim SPD-Bundesparteitag im Dezember 2017. Foto: Michael Kappeler/Archiv

Berlin (dpa) - Für Juso-Chef Kevin Kühnert spielt es keine Rolle, wenn ein Scheitern der Regierungsbildung zum politischen Aus von SPD-Chef Martin Schulz führen würde.

«Es geht um Inhalte und die Positionierung im Parteiensystem der Bundesrepublik. Alle Personalfragen müssen deutlich dahinter zurückstehen», sagte Kühnert zum Auftakt der Sondierungsgespräche von Union und SPD am Sonntag dem «Handelsblatt». «Es ist völlig egal, ob es den Parteivorsitzenden, den Außenminister oder sonst jemanden betrifft.»

Die Entscheidungen, die die SPD jetzt fälle, müssten unabhängig davon getroffen werden. «Ich möchte keine Situation auf dem Parteitag in zwei Wochen erleben, bei der mit Rücktrittsandrohungen indirekt und unterschwellig Druck auf die Delegierten ausgeübt wird», warnte Kühnert, der ein entschiedener Gegner einer neuer großen Koalition ist.

Der Juso-Chef übte zugleich scharfe Kritik am Zustand des SPD-Parteivorstandes. «Es kann doch nicht sein, dass selbst die strittigsten Entscheidungen immer einstimmig durch den Vorstand gehen», sagte er den Online-Portalen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Sonntag). «Ich wünsche mir an dieser Stelle mehr Mut zur Kontroverse.»