Juntachef in Mali begnadigt 49 Soldaten aus der Elfenbeinküste

Der Juntachef im westafrikanischen Mali hat 49 Soldatinnen und Soldaten aus der Elfenbeinküste begnadigt. Den von der Justiz in Mali Ende Dezember verurteilten Soldatinnen und Soldaten werde ihre Strafe vollständig erlassen, erklärte ein malischer Regierungssprecher am Freitag.

Mali hatte die 49 Soldatinnen und Soldaten aus der Elfenbeinküste im Juli nach ihrer Ankunft am Flughafen der Hauptstadt Bamako festgenommen. Nach Angaben der ivorischen Regierung sollten sie als Wachpersonal die UN-Friedensmission Minusma unterstützen, was den malischen Behörden auch bekannt gewesen sei. Mali stufte die Soldatinnen und Soldaten jedoch als Söldner ein. Die Festnahme der Soldatinnen und Soldaten hatte einen diplomatischen Streit zwischen den beiden Ländern ausgelöst.

Ende Dezember waren 46 von ihnen in Mali zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Drei Soldatinnen waren in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Die Ivorer wurden des "Angriffs und der Verschwörung gegen die Regierung" sowie des Versuchs, die staatliche Sicherheit zu untergraben, für schuldig befunden, hatte die Staatsanwaltschaft damals erklärt.

Nach der Festnahme der 49 Soldatinnen und Soldaten hatte Malis Militärjunta zwischenzeitlich die Rotation der Minusma-Soldaten ausgesetzt, wovon auch die Bundeswehr betroffen war. Die seit 2013 in Mali stationierte UN-Friedenstruppe soll dem Schutz der Zivilbevölkerung dienen.

Der Einsatz in dem westafrikanischen Krisenland gilt als der momentan gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Im November kündigte die Bundesregierung an, den Einsatz bis Mai 2024 auslaufen zu lassen.

mhe