Junger Migrant bei versuchter Überfahrt über den Ärmelkanal gestorben

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Migrantenlager bei Calais (AFP/FRANCOIS LO PRESTI)

Ein junger Migrant ist bei einer versuchten Überfahrt von Frankreich nach Großbritannien über den Ärmelkanal gestorben. Der etwa 20 Jahre alte Mann stammte vermutlich aus dem Sudan, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag im französischen Boulogne-sur-Mer mitteilte. Die Behörde ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Es ist das erste Todesopfer des Jahres am Ärmelkanal.

Der junge Mann sei gemeinsam mit 30 weiteren Menschen in Berck-sur-Mer bei Calais in einem Schlauchboot mit Holzboden aufgebrochen, das vermutlich von der Flut wieder zurückgetrieben wurde. Ein Rettungsschiff zog das Boot mit 25 Menschen wieder an Land. Fünf weitere hatten sich auf einer Sandbank in Sicherheit gebracht. Am Donnerstag hatten französische Boote bereits bei zwei Einsätzen 60 in Seenot geratene Migranten zurück an Land gebracht.

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Präfektur 30 Menschen bei versuchten Überfahrten nach Großbritannien ertrunken. Vier weitere gelten als vermisst. Das schlimmste Unglück ereignete sich im November, als 27 Migranten starben, unter ihnen auch zwei Kinder. Nach Aussagen eines Seenotretters war eine der Familien unter den Opfern wenige Tage zuvor bei einem früheren Versuch noch gerettet worden.

Nach Berechnungen der britischen Nachrichtenagentur PA haben im vergangenen Jahr etwa 28.000 Migranten über den Ärmelkanal Großbritannien erreicht, eine Rekordzahl. Der Seeweg ist für viele Flüchtlinge die Alternative zu dem Eurotunnel, der in den vergangenen Jahren immer stärker abgesichert wurde. Viele Migranten wollen nach Großbritannien, weil sie dort Familie haben oder meinen, dort einfacher Arbeit zu finden. Viele von ihnen haben keine Aussicht auf Asyl im Schengen-Raum.

kol/cp

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