Wie ein junger Italiener im Ausland auf die Wahlen blickt

Leonhard Landes
Anhänger der Fünf-Sterne-Bewegung in Rom.
  • 2013 hat der Italiener Leonardo Carello wie viele junge Menschen seiner Generation Italien verlassen
  • Nach der Wahl ist er wütend: über die Politik, den Wahlkampf und den drohenden Stillstand bei der Regierungsbildung

Als in der Nacht auf Montag die ersten Prognosen der Parlamentswahlen in Italien eintreffen, ist Leonardo Carella überrascht, wie wenig es ihn kümmert.

Beim Brexit habe er sich betrunken, schreibt der 24-jährige Italiener, der in Oxford Politikwissenschaft studiert, auf Twitter. “Heute Nacht fühle ich es einfach nicht.”

Die Wahl gleicht einem Erdbeben.

Die etablierten Parteien werden brutal abgestraft, die Populisten und Rechten triumphieren – doch keine Partei kommt auf die notwendige Anzahl an Sitzen im Parlament, um allein die Regierung zu stellen.

Dem von Krisen geplagten Italien droht ein gefährlicher, monatelanger Stillstand.

Noch immer beobachtet Carella die Politik in Italien genau. In dieser verhängnisvollen Wahlnacht wird dem jungen Mann, der Italien vor knapp fünf Jahren verlassen hat, allerdings klar: “Es ist einfach nicht mehr meine Heimat.”

Der Exodus der Italiener

Wie Carella kehren jährlich zehntausende Italiener und Italienerinnen ihrem Land den Rücken zu. 

2016 waren es 50.000 Menschen zwischen 18 und 34 Jahren, 23 Prozent...

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