Junge Profis: Digitaler Zettelkasten hilft bei wissenschaftlicher Arbeit

Gründer Richard Ottinger hat die interaktive Gedächtnisstütze Auratikum entwickelt. Ihm selbst fehlte solch eine App bei der Promotion.

Berlin.  Sich verzetteln bedeutet, so steht es im Duden, sich mit zu vielen Dingen zu beschäftigen. Etwas verzetteln hingegen heißt, etwas für eine Kartei auf Zettel schreiben. Der Versuch, Ersteres mit Letzterem in den Griff zu bekommen, kann zu Verzettelung im Sinne von Verlust des Überblicks führen. Das weiß wohl jeder, der große Mengen an Informationen und Gedanken festhalten, sortieren und wiederfinden muss.

Auch Richard Ottinger muss das. Seit drei Jahren schreibt er an seiner Doktorarbeit. Es geht um das Verhältnis von leiblicher Präsenz und Authentizität. Wichtiger jedoch ist, wie er seine Dissertation schreibt. Er benutzt ein neues, digitalisiertes Zettelkastensystem, das er selbst entwickelt hat und das gerade aus dem 28-Jährigen, der eigentlich Grundschullehrer für Deutsch und Religion werden wollte, einen demnächst promovierten IT-Start-up-Gründer macht.

Prominenter Soziologe stand Pate für das Projekt

Im Jahr 2009 beginnt Ottinger an der Universität Osnabrück sein Lehramtsstudium – Germanistik und katholische Theologie. Nebenbei jobbt er beim Apple-Reseller Gravis im Verkauf, betreut als studentische Hilfskraft auch die EDV des Instituts für katholische Theologie. Bereits im fünften Semester schlägt ihm ein Professor vor, zu promovieren.

Eine akademische Laufbahn statt Referendariat? Nach Bachelor- und Masterabschluss ist es soweit: Unterstützt durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung widmet sich Ottinger seiner Dissertation. Und ist gefrustet: Noch mehr als während ...

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