Juncker zum Mazedonien-Namensstreit: Macht euren Job

Auf einer Balkanreise hat Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM) aufgefordert, den langjährigen Namenskonflikt mit dem benachbarten Griechenland zu lösen, damit das Land Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union aufnehmen kann. Weitere Stationen Junckers: Albanien, Serbien, Kosovo, Bosnien und Montenegro.

Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission:

"Normalerweise sagen wir der aller Welt, wie was gemacht werden sollte. Dieses Mal spreche ich mit Spezialisten und halte mich mit öffentlichen Anleitungen zurück. Tun Sie ihre Arbeit mit Griechenland und Griechenland tut seine Arbeit mit Ihrem Land, und dann bewegen sich die Dinge in die richtige Richtung."

Der Ministerpräsident der ehemaligen jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM), Zoran Zaev:

"Die Frage des Namens unseres Landes mit einem geographischen Zusatz ist ein Problem, mit dem sich die Republik Mazedonien befasst. Dieses Problem ist eine Art Grenzlinie zwischen unserem Land und Griechenland. Wir freuen uns auf eine langfristige Lösung, die die Integrität der beiden Völker respektiert."

Die Republik Mazedonien hatte 1991 ihre Unabhängigkeit ausgerufen. Seit Dezember 2005 hat Mazedonien den Status eines Beitrittskandidaten der EU.

Griechenlands größte Region heißt Makedonien, man fürchtet um seine geschichtliche Identität (wem "gehört" Alexander der Große?) und Gebietsansprüche.

 Symela Touchtidou, Euronews, Skopje:

„Nach Meinung von Analysten hier in Skopje rührt das seit einiger Zeit gesteigerte Interesse des Westens an der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien daher: Die westliche Welt hat erkannt, dass Stabilität und Sicherheit für Europa durch den Balkan kommen, den "weichen Unterleib" Europas – so nennen sie die Region."

su mit dpa