Juncker — Türkei entfernt sich mit Riesenschritten von Europa

Juncker EU

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich gegen einen Abbruch der auf Eis liegenden EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei ausgesprochen.

Zwar entferne sich das Land derzeit mit Riesenschritten von Europa, sagte Juncker laut Vorabbericht der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe). Es müsse aber vermieden werden, dass die Regierung in Ankara der Europäischen Union die Schuld für das Scheitern der Beitrittsverhandlungen zuschiebe. „Es gibt in der Türkei einen erheblichen Teil der Zivilgesellschaft, der sehr europawillig ist, den sollten wir stärken und nicht enttäuschen“, mahnte Juncker.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt gesagt, sein Land sei nicht mehr auf eine EU-Mitgliedschaft angewiesen. Die Türkei werde aber nicht die Seite sein, die die Beitrittsverhandlungen einseitig beende. Die seit zwölf Jahren andauernden Gespräche liegen derzeit auf Eis. Nach dem Putschversuch in der Türkei im vergangenen Jahr haben sich die Beziehungen zwischen der Regierung in Ankara und der EU deutlich verschlechtert. Bundeskanzlerin Angela Merkel will beim EU-Gipfel Mitte Oktober mit den anderen Mitgliedsländern der Staatengemeinschaft darüber beraten, ob die Beitrittsgespräche beendet oder nur ausgesetzt werden sollen.

Reuters

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