Juliette Binoche wünscht Harvey Weinstein “Frieden”

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Juliette Binoche ist Jurypräsidentin der Berlinale 2019. (Bild: AP Photo)

Berlinale-Jurypräsidentin Juliette Binoche sorgt mit einem Plädoyer für Harvey Weinstein für Aufsehen. “Ich glaube, er hatte genug”, sagte sie zu den öffentlichen Vorwürfen gegen den Filmproduzenten. Binoche warb außerdem dafür, Weinsteins Verdienste nicht zu vergessen.

Juliette Binoche plädiert für ein Ende der öffentlichen Debatte über die Missbrauchsvorwürfe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein. “Ich glaube, er hatte genug”, sagte Binoche laut dem Branchendienst “Daily Variety” zum Auftakt der Berlinale 2019. “Viele Menschen haben sich zu Wort gemeldet. Nun muss die Justiz ihr Werk verrichten.” Die französische Schauspielerin ist Präsidentin der diesjährigen Internationalen Jury der Berlinale.

Binoche wirbt für Verständnis für Weinstein

Die Französin äußerte sich auf der Jury-Pressekonferenz auf Englisch zu dem Fall Weinstein. Dem Produzenten, der einst als einer der mächtigsten Männer Hollywoods galt, werden Vergewaltigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen. Sein Fall hatte die #MeToo-Debatte ausgelöst. “Ich versuche, mich in seine Lage hineinzuversetzen”, sagte die Schauspielerin. Sie hatte mit dem Ex-Chef des wegweisenden Filmstudios Miramax unter anderem beim oscarprämierten Film “Der englische Patient” zusammengearbeitet.

Harvey Weinstein musste erst Ende Januar in New York vor Gericht erscheinen. (Bild: AP Images)

“Ich hatte nie Probleme mit ihm, aber ich konnte sehen, dass er Probleme hatte”, sagte sie. “Als Produzent war er meist wunderbar. Ich glaube, dass er ein großartiger Produzent war. Das sollten wir nicht vergessen, obwohl es für einige Regisseure und Schauspieler und vor allem Schauspielerinnen schwierig war. Ich wünsche ihm einfach Seelenfrieden.”

Berlinale setzt auf Gleichberechtigung

Gleichberechtigung für Frauen spielt bei der Berlinale 2019 auf – und jenseits der Leinwand – eine große Rolle. Sieben Filme im Wettbewerb wurden von Regisseurinnen gedreht. “Vor zehn Jahren war das noch nicht so”, sagte Binoche und würdigte außerdem die Verdienste des scheidenden Berlinale-Chefs Dieter Kosslick. Die Internationale Jury entscheidet über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären.