Julian Weigl über den BVB unter Peter Bosz: "Die Gegner hatten sich irgendwann auf uns eingestellt"

Julian Weigl fand beim BVB erst spät in der Hinserie zu seiner Form. Für ihn lag das auch an der Rolle, die er unter Peter Bosz bekleiden musste.

Borussia Dortmund erlebte in der Bundesliga eine wechselhafte Hinrunde. Das gilt auch individuell für Julian Weigl, der sich unter Peter Stöger besser fühlt als unter Ex-Trainer Peter Bosz.

"Wir hatten ein krasses Jahr mit vielen Höhen und vielen Tiefen", ordnet Weigl im kicker ein. Der Mittelfeldspieler des BVB fasst zusammen: "Sowohl der Anschlag im April als auch die Euphorie nach dem Start in die Saison und die anschließende Talfahrt gehen nicht spurlos an dir vorüber."

Weigl genießt unter Peter Stöger mehr Freiheiten

Zweimal trennte sich Dortmund 2017 von einem Trainer. Erst zum Saisonende von Thomas Tuchel, dann von Peter Bosz. Unter dem Niederländer kam Weigl nicht in Tritt. Unter Stöger stellt er nun fest: "Ich fühle mich wieder deutlich wohler auf dem Platz."

Das ist besonders auf eine positionelle Änderung zurückzuführen. Bosz sah Weigl höher im Mittelfeld als Stöger: "Ich brauche meine Freiheiten." Unter Stöger könne Weigl nun wieder in die Abwehr fallen: "Genau das ist mein Spiel. Das hat mich in meinen ersten zwei Jahren in Dortmund ausgemacht. Dort sehe ich meine klaren Stärken."

Insgesamt hat Stöger taktisch einige Fortschritte vollbracht: "Er hat an den richtigen Stellschrauben gedreht und dadurch vor allem den Jungs hinten Sicherheit zurückgegeben. Er hat uns klar gesagt, wann wir pressen und wann wir uns zurückfallen lassen sollen. Die letzte Reihe hat nicht den Druck, immer nach vorne zu schieben."

Auch unter Bosz feierte der BVB zunächst Erfolge, brach dann aber plötzlich ein. Weigl meint: "Eine Rolle hat sicher gespielt, dass sich die Gegner irgendwann auf uns eingestellt hatten und wussten, wie sie gegen uns spielen müssen." Der Nationalspieler sah sich an den TSV 1860 München erinnert.

Weigl will Schalke 04 in der Tabelle wieder überholen

"Das kenne ich noch aus meiner Zeit bei 1860 München, als wir im Abstiegskampf steckten. Wenn du in einen negativen Strudel gerätst, führt das oft dazu, dass die Spieler ihre Qualitäten nicht mehr auf dem Platz ausspielen können. Man blockiert. Dieses Gefühl hatte ich bei uns auch", sagt Weigl.

In der Rückrunde soll es wieder deutlich besser und konstanter laufen. Dafür hat der 22-Jährige eine große Hoffnung: "Vor allem, weil einige sehr wichtige Spieler für uns demnächst zurückkehren werden: Mario Götze, Gonzalo Castro, Lukasz Piszczek, hoffentlich schon bald auch Marco Reus."

Großer Vorteil: "Tabellarisch ist alles in Ordnung - auch weil die anderen Teams mitgespielt und sich gegenseitig Punkte weggenommen haben." Weigl will den FC Schalke 04 noch überholen: "Man muss anerkennen, dass sie eine gute Hinrunde gespielt haben. Aber dass es unser Ziel ist, am Ende der Saison wieder vor ihnen zu stehen, ist ja klar."