Wie Julia Schramm die Linkspartei fit für das digitale Zeitalter machen will

Jürgen Klöckner
  • Langweiliger und konservativer als die Linke geht es derzeit fast nicht

  • Die Berliner Linken-Politikerin Julia Schramm trägt Luxus und liest Marx – und will das ändern

Zukunft und Linkspartei – das passt ungefähr so gut zusammen wie Julia Schramm und das Café “Zimt und Zucker”, in dem sie an einem Donnerstagnachmittag in Berlin sitzt.

Nämlich auf den ersten Blick gar nicht.

Im “Zimt und Zucker” ist die Kaffeekarte übersichtlich, die Einrichtung aus schwerem, dunkelbraunen Holz wirkt antiquarisch.

Julia Schramm wiederum ist der Nachwuchsstar der Linken, manche halten sie gar für die größte Polithoffnung der Partei seit Sahra Wagenknecht.

Sie steht für Aufbruch und Erneuerung in einer Partei, die oft so konservativ und unbeweglich erscheint wie kaum eine andere im Bundestag.

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Für das “Zimt und Zucker” wie für die Linkspartei gilt: Je mehr sich die Welt verändert, desto schwerfälliger verändert man sich selbst. Überraschungen haben die Gäste – und Wähler – nicht zu befürchten.

Der modrige Geruch der AfD

Hier sitzt die 32-jährige Julia Schramm nun also und erklärt, wie sie das Links der Linkspartei ins 21. Jahrhundert übersetzen will.

Draußen ist es minus acht Grad. Julias schwarze, sommerliche Basecap ist ein fetter Mittelfinger gegen das Sauwetter. Darauf steht in weißen, großen Buchstaben Squad, auf Deutsch: Kader.

Sie hat sich uns mit ihrem Vornamen vorgestellt. Deswegen wollen wir sie auch in diesem Text einfach Julia nennen.

Um zu verstehen, was sie antreibt, warum sie heute überhaupt hier sitzt, muss man rund 70 Jahre zurückgehen in der deutschen Geschichte.

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