"Unfähigkeit der Liga": Adler-Coach wütet nach Playoff-Aus

SPORT1
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"Unfähigkeit der Liga": Adler-Coach wütet nach Playoff-Aus
"Unfähigkeit der Liga": Adler-Coach wütet nach Playoff-Aus

Als feststand, dass Rekordchampion Adler Mannheim die DEL-Finalserie verpassen würde, platzte Pavel Gross der Kragen.

"Durch die Unfähigkeit der DEL - als einziger Liga auf der ganzen Welt über alle Sportarten - wurde die Saison immer wieder verschoben und verschoben", sagte Gross nach dem 1:2 (1:1, 0:0, 0:1) im entscheidenden dritten Playoff-Halbfinale der Penny DEL gegen Außenseiter Grizzlys Wolfsburg. (ausgewählte Spiele der PENNY DEL LIVE im TV auf SPORT1)

Der frühere Wolfsburger Trainer Gross schimpfte weiter: "Die Jungs haben geackert. Ein Jahr lang ohne Pause. Das geht nicht." (NEWS: Alles zur DEL)

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Adler-Coach sauer nach Playoff-Aus

Gross erklärte, dass sich sein Team bereits am 1. Mai 2020 zur Vorbereitung auf die neue Saison getroffen hatte. Diese hatte ursprünglich Mitte September starten sollen, war jedoch zweimal verschoben worden, ehe es eine Woche vor Weihnachten doch noch los ging.

"Leider haben wir nicht gewusst, ob wir spielen oder nicht", sagte Gross. "Heute kann ich auch sagen, dass wir schlauer hätten sein können und drei Monate Pause machen können wie die anderen das gemacht haben."

Gross fordert von der Liga, sich dieses Mal frühzeitig alternative Pläne für die kommende Saison zu überlegen: "Wir sollten nicht so naiv sein zu denken, dass wir vielleicht am 18. September wieder spielen und Corona dann vorbei ist. Ich hoffe, dass die Liga dann vorbereitet ist. Wenn die denken, wir werden dann hier die Halle voll haben oder 50 Prozent, dann ist das ja ein Irrtum. Ich hoffe, dass die schon einen Plan haben."

Wolfsburg dreht Spiel nach Mannheim-Führung

In Mannheim hatten Spencer Machacek (14.) und Max Görtz (57.) für Wolfsburg getroffen, die mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung am Mittwoch das dritte Duell erzwungen hatten.

Denis Reul hatte die punktbeste Mannschaft der Hauptrunde früh in Führung gebracht (4.), doch am Ende sollte das nicht reichen. (Spielplan und Ergebnisse der PENNY DEL)

Gegner ist in der Finalserie ab Sonntag (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) mit den Eisbären Berlin das punktbeste Nord-Team, das sich am Freitag im entscheidenden dritten Playoff-Halbfinale mit 4:2 (0:0, 2:2, 2:0) gegen den ERC Ingolstadt durchgesetzt hatte.

DEL-Finale: Grizzlys fordern Eisbären Berlin

Die Eisbären Berlin zogen damit wie Wolfsburg in die Endspielserie um die 100. deutsche Meisterschaft ein. (Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker)

Für den siebenmaligen Titelträger Berlin, der die Entscheidung erst in den letzten Spielminuten erzwang, ist es die elfte Finalteilnahme. Die Wolfsburger um Ex-Bundestrainer Pat Cortina spielen erst zum vierten Mal um den Silberpokal der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

"Es ist keiner in der Mannschaft, der aufgehört hat, daran zu glauben", sagte Eisbären-Nationalspieler Marcel Noebels bei MagentaSport mit Blick auf den zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand: "Wir standen schon oft mit dem Rücken zur Wand und sind dafür belohnt worden, dass wir füreinander gekämpft haben. Jetzt wollen wir noch zweimal gewinnen."

ERC Ingolstadt verspielt 2:0-Führung

Ingolstadts "Playoff-Monster" Louis-Marc Aubry sorgte für die Führung der Gäste: Der Kanadier erzielte in 5:3-Überzahl das 1:0 der Schanzer mit seinem sechsten Tor der Meisterrunde (24.). Mit neun Punkten führt der Ex-Berliner die Playoff-Scorerliste an. Ryan Kuffner erhöhte gar auf 2:0 (28.).

Aber die Eisbären haben ihre eigenen Spezialisten für die K.o.-Phase: Erst bereitete Noebels mit Übersicht den Anschlusstreffer durch John Ramage vor (31.), es war bereits seine achte Torvorlage in der Postseason. (SERVICE: Die DEL-Tabelle)

Mit seinem sechsten Playoff-Tor vor leeren Rängen in der Arena am Ostbahnhof glich Ryan McKiernan aus (34.). "Wir haben kleine Fehler gemacht, die sofort bestraft wurden", klagte ERC-Verteidiger Emil Quaas bei MagentaSport.

Ingolstadt-Coach stolz auf sein Team

Für die Entscheidung sorgten schließlich Matt White mit seinem siebten Playoff-Treffer (50.) und Giovanni Fiore (58.). Ingolstadts Trainer Doug Shedden war dennoch stolz auf sein Team: "Die Jungs haben unglaublich gespielt, es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Es war ein großartiges Jahr."

Auch wenn sein Wunsch einen Tag nach dem 60. Geburtstag nicht in Erfüllung ging. "Man sagt, es ist besser, sein Geschenk nach dem Geburtstag zu bekommen als vorher", hatte der Kanadier vor dem Spiel gemeint.

Schon am Mittwoch hatten die Schanzer 2:3 verloren, nachdem sie zum Auftakt noch mit 4:3 in Berlin erfolgreich geblieben waren.

DEL-Playoffs im Stenogramm:

3. Halbfinale (best of three):
Eisbären Berlin - ERC Ingolstadt 4:2
Tore: 0:1 Aubry (23:32), 0:2 Kuffner (27:35), 1:2 Ramage (30:58), 2:2 McKiernan (33:05), 3:2 White (49:42), 4:2 Fiore (57:42)
Zuschauer: keine
Strafminuten: Berlin 12 - Ingolstadt 10
Playoff-Stand: 2:1

Adler Mannheim - Grizzlys Wolfsburg 1:2 (1:1, 0:0, 0:1)
Tore: 1:0 Reul (03:51), 1:1 Machacek (13:52), 1:2 Görtz (56:17)
Zuschauer: keine
Strafminuten: Mannheim 6 - Wolfsburg 8
Playoff-Stand: 1:2

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)