Journalisten beklagen Einschränkung der Meinungsfreiheit in Venezuela

Venezuelas Journalisten protestieren gegen "Zensur"

Die Regierung von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro schränkt nach Angaben der größten Journalistengewerkschaft des Landes immer stärker die Meinungsfreiheit ein. Seit Jahresbeginn seien bereits 49 Redaktionen geschlossen worden, sagte Marco Ruíz, Chef der Gewerkschaft SNTP, am Samstag. Die meisten davon seien Radiosender, aber auch Fernsehsender seien betroffen.

In Caracas demonstrierten Journalisten gegen die Schließung der beiden populären Radiosender 92,9 FM und Magica 91,1 FM durch die staatliche Kommunikationsbehörde Conatel. Am Mittwoch hatte Conatel zudem die Schließung der Fernsehsender RCN und Caracol angeordnet.

Maduros Regierung verfolge eine "systematische Politik", die freie Meinungsäußerung zu lähmen, beklagte Ruíz. Bereits im Februar hatte die venezolanische Regierung den spanischsprachigen Ableger des US-Nachrichtensenders CNN im Land abgeschaltet, weil dieser "Kriegspropaganda" betreibe.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, die Demokratie in dem wirtschaftlich schwer gebeutelten Ölstaat abzuschaffen und eine Diktatur zu errichten. Mindestens 125 Menschen wurden bei den Unruhen seit Anfang April getötet.