Jordaniens König: Politische Krise "ist vorbei"

Mussa HATTAR
·Lesedauer: 2 Min.

Der Machtkampf im Jordanischen Königreich ist offenbar vorüber: König Abdullah II. erklärte am Mittwoch die politische Krise der vergangenen Tage für beendet. "Ich versichere Ihnen, dass der Aufstand vorbei ist", hieß es in einer Erklärung des Monarchen, die in seinem Auftrag im staatlichen Fernsehen verlesen wurde. US-Präsident Joe Biden und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sicherten dem König des strategisch wichtigen Landes ihre Unterstützung zu.

Die "Herausforderung der vergangenen Tage" sei nicht die gefährlichste für die Stabilität des Landes gewesen, sie sei aber für ihn "schmerzhaft" gewesen, erklärte Abdullah II. am Mittwoch. Die Regierung Jordaniens hatte am Wochenende nach eigenen Angaben ein Komplott vereitelt und den Halbbruder des Königs, Hamsa bin Hussein, wegen Vorwürfen der Verschwörung unter Hausarrest gestellt.

Der König teilte mit, er empfinde nach den Ereignissen "Schock, Schmerz und Wut als Bruder und Beschützer der haschemitischen Familie und als Führer dieses lieben Volkes". Prinz Hamsa und seine Familie stünden unter seinem "Schutz", fügte Abdullah II. hinzu. Der 41-jährige Prinz Hamsa hatte zunächst angekündigt, sich den Auflagen der jordanischen Behörden zu widersetzen, schwor nach Angaben des Palastes dann aber dem König die Treue.

US-Präsident Biden telefonierte einem Bericht des jordanischen Staatsfernsehens zufolge am Mittwoch mit Abdullah II. Der Präsident sicherte dem König den Angaben zufolge seine Unterstützung zu und versprach, das Königreich in seinen Bemühungen um Sicherheit und Stabilität zu bestärken.

EU-Kommissionschefin von der Leyen sagte bei einem Besuch bei Abdullah II. in Amman, die EU sei "bereit, ihre langfristige Partnerschaft fortzusetzen und zu Wohlstand und Stabilität beizutragen".

Dem früheren Kronprinzen Hamsa und seinen mutmaßlichen Mitverschwörern wurde vorgeworfen, mit ausländischen Kräften zusammengearbeitet zu haben, um Jordaniens Stabilität und "Sicherheit zu untergraben", wie der stellvertretende Regierungschef Ayman Safadi am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Amman sagte. Unter den rund 20 Verdächtigen waren demnach auch Bassem Awadallah und Scherif Hassan bin Said, die führende Posten innehatten.

Die Ereignisse haben einen internen Machtkampf in dem Königreich offengelegt, das bislang als Stabilitätsanker im Nahen Osten galt. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten nach dem Vorfall ihre volle Unterstützung für König Abdullah II. und Kronprinz Hussein erklärt. Auch der Golfkooperationsrat und die Arabische Liga äußerten sich solidarisch.

König Abdullah II., der den Thron 1999 nach dem Tod seines Vaters König Hussein bestiegen hatte, hatte Hamsa zunächst entsprechend dem Wunsch seines Vaters zum Kronprinzen gemacht. 2004 widerrief er dies jedoch und verlieh seinem eigenen Sohn Hussein diesen Titel.

gap/mkü