Jordaniens König Abdullah zu Besuch bei Abbas eingetroffen

Palästinenserpräsident Abbas und König Abdullah II

Erstmals seit fünf Jahren hat Jordaniens König Abdullah II. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland einen Besuch abgestattet. Abbas empfing den Monarchen am Montag in Ramallah zu mehrstündigen Gesprächen. Zuletzt hatte Abdullah II. den Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde im israelisch besetzten Westjordanland im Dezember 2012 besucht.

Jordanien nimmt im israelisch-palästinensischen Konflikt eine Schlüsselrolle ein: Neben Ägypten ist es das einzige arabische Land, das mit Israel einen Friedensvertrag geschlossen hat. Mit 9,5 Millionen Menschen hat aber auch etwa die Hälfte der jordanischen Bevölkerung palästinensische Wurzeln. Die USA erkennen die Regierung in Amman als wichtigen Verhandlungspartner an.

Als Schirmherr der heiligen muslimischen Stätten auf dem Tempelberg ist Jordaniens Rolle als Vermittler besonders gefragt: Der Streit um ebendiese Stätten hatte den israelisch-palästinensischen Konflikt in den vergangenen Wochen erneut angeheizt.

Israel hatte nach einem Anschlag auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt Mitte Juli die Kontrollen zum Tempelberg verschärft und - mittlerweile wieder abgebaute - Metalldetektoren installieren lassen. Die von palästinensischer Seite heftig kritisierten Maßnahmen hatten tagelang tödliche Zusammenstöße zwischen israelischen Einsatzkräften und Palästinensern zur Folge.