Strittiger Elfer rettet 96: VfB-Coach nimmt Schiri in Schutz

Schiedsrichter Christian Dingert pfiff in der 76. Minute Elfmeter für Hannover 96

Sieg verspielt, aber den Auswärtsfluch gebrochen: Im siebten Auswärtsspiel der Saison hat der VfB Stuttgart endlich seinen ersten Punkt geholt. (Der Spielplan der Bundesliga)

Zum Auftakt des 13. Spieltages erkämpfte sich das Team von Hannes Wolf ein 1:1 (1:0) beim lange unglücklichen Mitaufsteiger Hannover 96. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Wir sind das Thema endlich los, ohne Punkt zu sein. Aber es war mehr drin", meinte VfB-Kapitän Christian Gentner bei Eurosport.

Wolf nimmt Schiedsrichter in Schutz

Takuma Asano (24.) brachte die Gäste nach einem fatalen Patzer von 96-Keeper Philipp Tschauner zunächst in Führung.

Der eingewechselte Niclas Füllkrug traf per umstrittenen Foulelfmeter (76.) für die Niedersachsen, VfB-Trainer Hannes Wolf wollte Schiedsrichter Christian Dingert aber keine Schuld geben: "Es ist keine krasse Fehlentscheidung. Es ist ein ganz schwerer Job, das zu entscheiden", so Wolf bei Eurosport.


Bei 96 sorgt das Interesse des 1. FC Köln an Sportchef Horst Heldt derweil für ordentlich Wirbel.

Der 47-Jährige verweigerte vor der Partie ein Bekenntnis zu 96. "Ich habe keine Lust, darüber zu reden. Es ist viel gesprochen worden", sagte er bei Eurosport. Klubchef Martin Kind bekräftigte, Heldt nicht ziehen lassen zu wollen. 

Hannover verpasste die Chance, mit einem Sieg auf einen Champions-League-Platz zu klettern und bleibt Achter in der Tabelle. Die ehemaligen "Auswärtsdeppen" aus Stuttgart verbesserten sich immerhin für eine Nacht auf Rang zehn. (Die Tabelle der Bundesliga)

96 vermisst Jonathas schmerzlich

Auf dem Platz machte sich bei Hannover das Fehlen des verletzten 9-Millionen-Mannes Jonathas als Anspielstation im Sturmzentrum durchaus bemerkbar, dennoch versuchten die Hausherren über die schnellen Außen Ihlas Bebou und Felix Klaus von Beginn an Druck aufzubauen.

Der Ex-Stuttgarter Martin Harnik hatte dann auch schon nach sieben Minuten die erste Gelegenheit, doch sein Versuch aus fünf Metern blieb zu unpräzise. 

Der VfB musste auf sein verletztes Offensiv-Duo Chadrac Akolo und Daniel Ginczek verzichten, versteckte sich in der Arena am Maschsee aber keinesfalls. Und so sahen die 43.500 Zuschauer eine recht unterhaltsame Partie. Gegen Hannovers aufmerksamen Abwehrchef Salif Sane hatten Takuma Asano und Co. aber lange einen schweren Stand.

Sane trifft nur den Pfosten

Wie aus dem Nichts fiel dann allerdings doch der Gegentreffer: Tschauner, der vergangene Woche krank ausgefallen war, ließ einen eigentlich harmlosen Distanzschuss von Christian Gentner nur nach vorne abprallen. Und Asano schob ohne Mühe ein.

Hannover zeigte sich von dem Rückschlag aber nicht geschockt, das Team reagierte mit wütenden Angriffen. Innerhalb von wenigen Sekunden hatten Klaus (36.) mit einem Freistoß und dann Waldemar Anton sowie Oliver Sorg (37.) aus kurzer Distanz gute Möglichkeiten.

Der starke Sane traf aus 16 Metern nur den Pfosten (62.), Ron-Robert Zieler wäre bei diesem Schuss machtlos gewesen.

Aufgrund der verstärkten Offensivbemühungen der 96er hatte Stuttgart auf der Gegenseite aber auch immer wieder viel Raum für gefährliche Konter. 14 Minuten vor Spielende wurden die Bemühungen der Gastgeber doch noch belohnt. Benjamin Pavard brachte im Strafraum Matthias Ostrzolek zu Fall, den fälligen Elfmeter verwandelte Füllkrug sicher.