Johnson ruft Briten wegen Coronavirus-Krise zum Abstandhalten auf

Britain's Prime Minister Boris Johnson announced new measures to halt the coronavirus outbreak 

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Bevölkerung angesichts der sich zuspitzenden Coronavirus-Pandemie aufgerufen, voneinander Abstand zu halten. "Jetzt ist die Zeit gekommen, in der jeder alle nicht notwendigen sozialen Kontakte mit anderen und nicht notwendige Reisen einstellen sollte", sagte Johnson am Montag. Die Menschen sollten "Kneipen, Clubs, Theater und andere solche sozialen Orte meiden", fügte er hinzu.

"Wir brauchen Menschen, die anfangen von zu Hause aus zu arbeiten, wo immer sie können", forderte der Premier seine Landsleute auf einer Pressekonferenz auf. Es handele sich um eine "nachdrückliche Empfehlung". Kritiker hatten der Regierung zuvor vorgeworfen, nicht schnell genug zu handeln, um die Ausbreitung der Viruserkrankung Covid-19 einzudämmen.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern will der Premierminister keine Schulschließungen oder Versammlungsverbote verkünden. Im gegenwärtigen Zustand sei es "nicht notwendig", Verbote für Versammlungen oder die Schließung von öffentlichen Plätzen zu erlassen, sagte Johnson. Die Regierung erachte auch die Schließung von Schulen für nicht notwendig.

Allerdings solle jeder Haushalt, in dem ein Mitglied Symptome wie hohes Fieber oder anhaltenden Husten zeigt, sich für 14 Tage zu Hause in Quarantäne begeben, sagte Johnson. Menschen, die sich in einem "sehr schwachen Gesundheitszustand" befänden, sollten zwölf Wochen lang weitgehend vor sozialen Kontakten geschützt werden.

Die Zahl der Toten liegt in Großbritannien nach Angaben der Behörden bei 35. Bislang seien 1543 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert. Das Land führt jedoch keine systematischen Tests durch. Daher wird geschätzt, dass die tatsächliche Zahl der Fälle viel höher ist.