Johnson lobt Iran für Eingeständnis von Flugzeugabschuss

Britischer Premierminister Boris Johnson

Der britische Premierminister hat das Eingeständnis des Iran, versehentlich ein ukrainisches Passagierflugzeug abgeschossen zu haben, als "wichtigen ersten Schritt" bezeichnet. Die britische Regierung werde alles dafür tun, die Familien der vier britischen Opfer zu unterstützen und sicherzustellen, dass sie Antworten auf ihre Fragen erhielten, erklärte Johnson am Samstag.

Die Behörden seines Landes arbeiteten dabei eng mit Kanada, der Ukraine und anderen internationalen Parntern zusammen, sagte Johnson weiter. Ziel sei eine "umfassende, transparente und unabhängige internationale Untersuchung". Zudem sollten die Opfer in ihre Heimatstaaten überführt werden.

Zugleich betonte Johnson angesichts des "tragischen Unfalls" die Notwendigkeit einer Deeskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Alle Staats- und Regierungschefs sollten nun auf Diplomatie setzen.

Der Iran hatte am Samstag nach tagelangem Leugnen den versehentlichen Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs mit 176 Menschen an Bord eingeräumt. Nach Angaben aus Teheran wurde die Maschine irrtümlich für ein feindliches Objekt gehalten. Bei den Opfern handelte es sich vor allem um iranischstämmige Kanadier, Afghanen, Briten, Schweden und Ukrainer.

Der Abschuss der ukrainischen Maschine erfolgte am Mittwochmorgen inmitten heftiger Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Die US-Armee hatte den iranischen Top-General Kassem Soleimani mit einer Drohne im Irak getötet. Der Iran antwortete darauf in der Nacht zum Mittwoch mit Raketenangriffen auf zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak.