Johnson: Enge Beziehung mit Deutschland trotz Brexit-Hürden möglich

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CHEQUERS (dpa-AFX) - Der britische Premier Boris Johnson ist überzeugt, dass Großbritannien nach dem Brexit trotz der Spannungen mit der EU seine Beziehung zu Deutschland vertiefen kann. "Mit gutem Willen und Geduld können wir das klären", sagte Johnson am Freitag über die Konflikte mit der EU über Sonderregeln für Nordirland bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die EU war London erst vor wenigen Tagen in einem Streit um die Einfuhr von gekühlten Fleischprodukten nach Nordirland entgegen gekommen und hatte eine Übergangsfrist verlängert. Wegen abweichender Hygieneregeln hätten solche Produkte eigentlich von Juli an nicht mehr von England, Schottland und Wales nach Nordirland eingeführt werden dürfen. Nun gab es drei Monate Aufschub. "Stellen Sie sich vor, Bratwurst könnte nicht von Dortmund nach Düsseldorf gebracht werden. Das müssen wir wirklich klären", betonte Johnson auf seinem Landsitz in Chequers, wo er Merkel zu ihrem letzten Besuch empfang. Auch die Kanzlerin betonte, bei der Umsetzung des sogenannten Nordirland-Protokolls sei noch Arbeit nötig.

Hintergrund des Konflikts ist die im Brexit-Abkommen festgehaltene Regelung, dass Nordirland auch nach dem Brexit de facto in Zollunion und Binnenmarkt der EU bleibt. Damit sollen Warenkontrollen zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden, um Spannungen in der ehemaligen Unruheprovinz zu verhindern. Doch kontrolliert werden muss nun stattdessen zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs. Das führt zu Schwierigkeiten im innerbritischen Handel, für die sich London und Brüssel gegenseitig verantwortlich machen.

"Das soll jedoch einer engeren bilateralen Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland nicht im Wege stehen", erklärte Johnson. So wollen beide Länder jährliche gemeinsame Kabinettssitzungen abhalten und ihre Austauschprogramme verstärken.

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