Jobverlust wegen Corona: Restaurant-Eignern am Kap platzt der Kragen

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JOHANNESBURG (dpa-AFX) - Mit einer landesweiten Protestaktion haben Südafrikas Restaurant-Besitzer auf ihre existenzbedrohende Lage durch die Corona-Restriktionen im Lande aufmerksam gemacht. Unter dem Motto "Millionen Sitze auf der Straße" stellten sie am Mittwoch Tische und Stühle auf die Bürgersteige vor ihren Geschäften.

Die von der nationalen Restaurantvereinigung (Restaurant Association of South Africa/RASA) organisierte Aktion richtet sich gegen bis zu 400 000 in der Branche drohende Job-Verluste. Sie stelle einen Hilferuf dar, sagte die RASA-Vorsitzende Wendy Alberts dem TV-Sender eNCA. "Wir haben die Dringlichkeit heute eindringlich klargemacht."

Die Branche beklagt bei den Corona-Beschränkungen unter anderem nächtliche Ausgangssperre und Alkoholbann. Sie fordert steuerliche und finanzielle Vergünstigungen, um die wochenlangen Schließungen der Geschäfte zu kompensieren.

Südafrika hat mit mehr als 380 000 Corona- und 5368 Todesfällen die höchsten Epidemiezahlen des Kontinents. Präsident Cyril Ramaphosa hatte Ende März eine Ausgangssperre verhängt, die nur vorübergehend vorsichtig gelockert worden war.

Die Restriktionen haben verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft in Südafrika. Millionen Südafrikaner in der informellen Wirtschaft oder ohne Arbeit kämpfen demnach um ihr Überleben; Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben in wenigen Wochen dramatisch zugenommen. Bereits vor der Corona-Epidemie steckte Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft in einer schwierigen Lage. Das Land mit hoher Arbeitslosigkeit und extremer sozialer Ungleichheit kämpft seit Jahren mit strukturellen Wirtschaftsproblemen.