Regensburg: Was das Jobcenter mit dem Geld macht, das Arbeitslosen helfen soll

Franziska Kiefl
In den deutschen Jobcentern werden Gelder
  • Dem Jobcenter Regensburg ist die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt offenbar nicht so wichtig
  • Ein Drittel des Budgets für entsprechende Maßnahmen soll 2017 für Verwaltungsangelegenheiten verwendet worden sein

Dem Jobcenter der Stadt Regensburg ist die Förderung der eigenen Mitarbeiter offenbar wichtiger, als ihre Klienten nachhaltig bei der Arbeitssuche zu unterstützen. 

Das zeigen Zahlen, die die Online-Lokalzeitung “Regensburg-Digital” veröffentlicht hat. 

Demnach war vergangenes Jahr der Etat für die Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt fast 4,6 Millionen Euro schwer. Nur etwas mehr als drei Millionen sollen jedoch auch für diese Zwecke ausgegeben worden sein

Der Rest des Geldes, fast ein Drittel, wurde stattdessen zur Deckung von Verwaltungskosten verwendet. Besonders fragwürdig: Das Verwaltungsbudget betrug bereits vorher schon satte 6,5 Millionen Euro. 

Umschichtungen zugunsten des Verwaltungs-Etats sind keine Ausnahme

Unter Berufung auf Statistiken des “Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe” berichtet “Regensburg-Digital” weiter, in der Vergangenheit seien immer wieder Umschichtungen zugunsten des Verwaltungs-Etats vorgenommen, allerdings nie in der Höhe wie vergangenes Jahr.

► Aus dem Etat zur Eingliederung in Arbeit werden Maßnahmen, Förderkurse, Trainings und Schulungen bezahlt, die den Arbeitslosen bessere Chancen bei der Jobsuche verschaffen sollen. 

► Das Geld aus dem Verwaltungsetat sei währenddessen für Vermittler und Leistungsabteilungen vorgesehen, die Bescheide schreiben, die Hartz-IV-Empfänger kontrollieren und Sanktionen verhängen

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Das “Rumschieben” der Gelder scheint jedoch nicht nur in Regensburg gängige Praxis zu sein. 

In Deutschland sollen laut der Lokalzeitung seit 2005 3,5 Milliarden Euro vom Etat für Eingliederung zum...

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