Job weg, Wohnung weg: Für "Goodbye Deutschland"-Auswanderin ist "jeder Tag ein Kampf"

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"Jeder Tag ist ein Kampf", gesteht Nancy Lehmann nüchtern. (Bild: RTL)
"Jeder Tag ist ein Kampf", gesteht Nancy Lehmann nüchtern. (Bild: RTL)

Als einen "der größten Pechvögel der 'Goodbye Deutschland'-Geschichte" führte der Off-Sprecher der VOX-Doku Fitnesstrainerin Nancy Lehmann in der aktuellen Folge ein. Tatsächlich hatte es das Leben oft nicht gut gemeint mit der alleinerziehenden Zweifachmama. Doch Aufgeben kommt für sie nicht infrage!

Sie ist fleißig, kann die Landessprache - und doch ging für "Goodbye Deutschland"-Auswanderin Nancy Lehmann einiges schief. Seit 2006 lebt die Anhaltinerin auf Gran Canaria, wo sie zunächst als Animateurin arbeitete, dann eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin absolvierte und zweimal auf Familienglück hoffte. Doch sowohl der Vater ihres Sohnes Noah (9) als auch der ihrer Tochter Maya (3) verließ sie kurz nach respektive kurz vor der Geburt.

Am 1. März 2020 schließlich eröffnete die Kämpferin ein eigenes Fitnessstudio, 10.000 Euro steckte sie in ihren Traum. Nur elf Tage sollte es dauern, dann musste sie es wieder schließen, denn Spanien ging in den ersten Corona-Lockdown. Auch danach ging das Geschäft nur schleppend wieder los: Urlauberinnen und Urlauber fehlten, die Einheimischen hatten kaum Geld für Fitnessstunden ... Und wenn sich doch mal fünf oder acht Kundinnen für eine Yogastunde am Strand angemeldet hatten, konnte Nancy nie sicher sein, ob auch wirklich alle auftauchen und sie dementsprechend Geld verdienen würde.

Nancy Lehmann mit ihren Kids am Strand: "Sie sollen eine schöne Kindheit haben." (Bild: RTL)
Nancy Lehmann mit ihren Kids am Strand: "Sie sollen eine schöne Kindheit haben." (Bild: RTL)

"Wenn ich auf Arbeit komme, dann muss ich funktionieren"

Doch es sollte noch schlimmer kommen: Wegen Eigenbedarf kündigten Nancys Vermieter ihr die Wohnung, seit einigen Wochen lebte sie mit ihren Kindern provisorisch im Fitnessstudio. Über all diese Pleiten sprach sie lakonisch, ohne zu beschönigen, aber auch ohne ins Jammern zu verfallen. Vor allem ihre Kleinen sollten nicht mitbekommen, dass für ihre Mama "jeder Tag ein Kampf" sei: "Die sind Kinder und die sollen auch Kinder bleiben. Ich möchte denen 'ne schöne Kindheit geben." Schließlich seien sie ihr "Ein und Alles". Erst wenn sie abends im Bett liege, fange ihr Kopf wieder an zu rattern.

Die Zähne zusammenzubeißen und sich die Sorgen nicht anmerken zu lassen, habe sie in ihrer Zeit als Animateurin gelernt, berichtete Nancy. In dem Job müsse man "immer happy sein", schließlich wollten Menschen im Urlaub Leute sehen, "die gut drauf sind. Dafür wurd' ich bezahlt." Auch jetzt als Personal Trainerin gelte darum für sie: "Egal, was ich grad für Probleme in meinem Kopf hab', das hat ja hier nichts zu suchen. Wenn ich auf Arbeit komme, dann muss ich funktionieren." Nancys beste Freundin Doreen bewunderte deren "Mut und Kraft": "Ich frag' mich wirklich manchmal, wie sie das alles schafft!"

Kämpfernatur: Nancy Lehmann lässt sich trotz aller Missstände nicht unterkriegen (Bild: RTL)
Kämpfernatur: Nancy Lehmann lässt sich trotz aller Missstände nicht unterkriegen (Bild: RTL)

Morgen kann alles wieder anders aussehen

Doch die eiserne Disziplin und Ausdauer schien sich endlich zu lohnen: Gegen Ende der Sendung kam immer mehr Licht ins Dunkel: Nancy fand eine schöne Wohnung, die sie ihren Kids stolz präsentierte - und auch ihr Terminkalender als Fitnesstrainerin und Yogalehrerin füllte sich langsam wieder. Eine Lockdown-Maßnahme kam ihr dabei sogar entgegen: Als zeitweise die großen Studios auf Gran Canaria noch nicht öffnen durften, schlug die Stunde der kleinen Sportanbieter, denn "die Leute wollen weiterhin fit bleiben." Man könne allerdings nie wissen, wie es kommt und "morgen, übermorgen und nächste Woche" könne alles schon wieder anders aussehen.

Schließlich leben viele Menschen auf der Insel vom Tourismus - floriert der nicht, werden Yoga- und Fitnessstunden schnell zum Luxusgut. Die Wahlkanarierin nahm daher an Buchungen mit, was ging, auch um den Preis, dass die Zeit für die Kinder manchmal knapp wurde. "Herzzerreißend" seien die Abschiede bisweilen, aber ein schlechteres Gewissen hätte sie, würde sie ihre Miete nicht bezahlen können, so ihr nüchternes Fazit. Bleibt zu hoffen, dass sie weiterhin stark genug bleibt, um die Herausforderungen des Lebens weiterhin so tapfer zu stemmen wie bisher - oder dass das Schicksal einfach mal für ein paar Erleichterungen sorgt.

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