Jerusalem-Streit: brennende Autoreifen und Tränengas

Die palästinensischen Proteste gegen Donald Trumps Vorstoß, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, reißen nicht ab. Erneut demonstrierten Dutzende Palästinenser im Westjordanland. Es kam zu Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften.

In Bethlehem setzten diese Tränengas gegen Steine schleudernde Jugendliche ein. Auch in Nablus kam es zu Ausschreitungen. Ob jemand verletzt wurde, blieb zunächst unklar.

Am Donnerstag verabschiedete die UNO-Vollversammlung eine Resolution, die den Alleingang der USA im Jerusalem-Streit verurteilt. Ein Schritt, der die Wut der Palästinenser jedoch kaum dämpfte.

Der Status der heiligen Stadt ist emotional aufgeladen. Er ist eines der großen Hindernisse auf dem Weg für eine Zwei-Staaten-Lösung. Beide Weltreligionen - Judentum und Islam - beanspruchen Jerusalem für sich. Allerdings hält Israel den palästinensischen Ostteil seit dem Sechs-Tage-Krieg besetzt. Darüber hinaus zerstückelte es große Teile des palästinensischen Westjordanlandes durch jüdische Siedlungen - ein weiteres Hindernis auf dem Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung. Die internationale Gemeinschaft kritisiert den Siedlungsbau, doch die konservative Regierung in Israel hält an ihrer Politik fest. Der Friedensprozess liegt seit Jahren auf Eis.