Jerusalem-Status: Warnungen an Trump

International hagelt es Kritik nach der Ankündigung des Weißen Hauses, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen. Die Türkei drohte Israel bereits mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Ankara warnte vor einem neuen interreligiösen Konflikt. "Dabei handelt es sich um einen schweren Fehler. Das wird nicht zu mehr Stabilität und Frieden führen, sondern zu Chaos in der Region", so Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Nicht nur die muslimische Welt werde darauf reagieren. Die ganze Welt sei gegen diese mögliche Entscheidung.

Viele Staaten kritisieren, dass durch die Verlegung der Botschaft die Friedensbemühungen in Nahost unterlaufen werden. Die britische Regierung drängt auf eine Rückkehr zur Bemühung um eine Zweistaatenlösung. Außenminister Boris Johnson: "Wir beobachten das mit Sorge, denn wir finden, dass Jerusalem natürlich Teil einer endgültigen Vereinbarung zwischen Israelis und Palästinensern sein sollte, die zwischen beiden verhandelt wurde. Wir selbst haben keine Pläne, unsere Botschaft zu verlegen."

Auch Papst Franziskus äußerte Kritik am Vorhaben der Trump-Regierung und sprach das Thema zum Ende seiner wöchentlichen Audienz an: "Ich kann meine große Sorge über die Situation, die sich in den vergangenen Tagen entwickelt hat, nicht verbergen. Gleichzeitig rufe ich alle dringend dazu auf, den Status quo in der Stadt zu respektieren. Ich bete dafür, dass sich Weisheit und Besonnenheit durchsetzen, damit es in der schwierigen Situation, in der sich die Welt befindet, nicht noch mehr Spannungen gibt."

Auch die EU sowie die deutsche Regierung warnten die USA davor, die Botschaft zu verlegen.