Jens Lehmann über Manuel Neuers WM-Chancen: "Man sollte so lange warten, wie es geht"

Bayern-Keeper Manuel Neuer steht im vorläufigen WM-Kader, doch Bundestrainer Joachim Löw setzt ihm ein Ultimatum: ohne Spielpraxis kein WM-Ticket.

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann sieht für Manuel Neuer vom FC Bayern nach wie vor Chancen auf die WM, stellt für eine Teilnahme aber Bedingungen. Grundsätzlich sieht der 49-Jährige die Diskussion um die Torhüterposition gelassen.

"Auf ihn (Neuer; Anm. d. Red) sollte man so lange warten, wie es geht. Wenn er das Pokalfinale gegen Frankfurt und die zwei Test-Länderspiele machen kann, sollte es reichen", sagte Lehmann der Bild: "Aber er muss gegen Österreich und Saudi-Arabien spielen, sonst kann er meiner Meinung nach bei der WM nicht spielen."

Jens Lehmann: "WM für Neuer noch nicht verloren"

Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Weltmeisterschaft für Neuer daher "noch nicht verloren", merkte Lehmann an. Zumal in der Gruppenphase "der Torwart nicht unser wichtigster Mann" sei und Neuer somit entsprechend mehr Rehabilitierungszeit bekäme.

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Allerdings: Sollte der Bayern-Keeper die ersten drei WM-Spiele nicht bestreiten, dürfe er auch nicht mehr zum Einsatz kommen. "Wenn er erst mit dem WM-Achtelfinale beginnt, ist Manuel viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Dann kriegen wir halt nur 50 Prozent Neuer. Und das reicht nicht", so Lehmann.

WM 2018: Ter Stegen für Neuer? "Keine Nachteile"

Marc-Andre ter Stegen würde im Falle eines Neuer-Ausfalls aller Voraussicht nach ins deutsche Tor rücken. Ein adäquater Ersatz, meint Lehmann: "Ter Stegen hat mit Barcelona die Champions League gewonnen. Im Vergleich zu unseren Konkurrenten Spanien, Brasilien oder Frankreich sehe ich da bei allen unseren Torleuten keine Nachteile."

Neuer hatte im September einen Fußbruch erlitten und seitdem kein Spiel mehr bestritten. Seit einigen Wochen befindet er sich wieder im Training beim FC Bayern. Ob er im DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt zum Einsatz kommt, ist laut Trainer Jupp Heynckes noch offen.