Jens Ehrhardt: Erste Aktie war direkt ein Ten-Bagger

Andreas Deutsch

Aller Anfang ist schwer, auch an der Börse. Für Dr. Jens Ehrhardt, Gründer der DJE Kapital AG, lief es anfangs sensationell. Lesen Sie exklusiv bei uns über sein erstes Investment.

„Als ich Ende der 1960er-Jahre meinen Berufsweg bei der damals größten, heute nicht mehr existierenden Vermögens­verwaltung als Juniorpartner begann, standen die Aktienmärkte vor einer längerfristigen Baisse bis 1974. Aktien notierten auf der höchsten Bewertung der Nachkriegszeit und ich sah höhere Chancen für Kursverluste als Kursgewinne. Deshalb war meine erste (und für lange Zeit größte) Aktienposition ein Leerverkauf der Investmentfonds-Management-Aktie Investors Overseas Services (IOS). Da Zahlen und Statistik schon immer mein Hobby waren, hatte ich schnell ausgerechnet, dass IOS als eine der seinerzeit beliebtesten Aktien überhaupt eine absurd hohe Börsenbewertung hatte (mehr als große deutsche Bank-Aktien) und selbst hohes Wachstum nie die Marktkapitalisierung rechtfertigen würde.

Ich habe die 10.000 D-Mark, die mein Vater mir gegen sechs Prozent Zinsen geliehen hatte, in den Terminverkauf der IOS-Aktie investiert und die Position bis 1974 immer wieder vergrößert, sodass ich im Frühjahr 1974 rund 100.000 D-Mark verdient hatte. Das war dann das Startkapital, mich mit eigener Vermögensverwaltung selbstständig zu machen.

In den 70er-Jahren begann ich dann, die Kali-und-Salz-Aktie einzusammeln, wie ich kürzlich beim Aufräumen in einer alten Steuererklärung entdeckte. Es war dann jene Aktie, die bis zur Finanzkrise mit weitem Abstand die beste Kursentwicklung unter allen deutschen Aktien hatte. Ich habe dann K+S jahrelang immer und überall empfohlen, sodass man schon vermutete, ich würde zur K+S-Public-Relations-Abteilung gehören. Die Empfehlung hat mir zahl­lose Dankesschreiben gebracht. Heute wären solche Empfehlungen aus Compliance-Gründen nicht mehr möglich.“