Jennifer Lawrence: Darum fühlte sie sich „erniedrigt und gedemütigt“

Jennifer Lawrence hielt eine erschütternde Rede bei den diesjährigen „Elle Women In Hollywood Awards“. (Bild: AP Photo)

Nachdem der Missbrauchsskandal um Harvey Weinstein tief in die Abgründe des Hollywood-Zirkels aus Erniedrigung und sexueller Belästigung blicken ließ, legt Schauspielerin Jennifer Lawrence nach: Bei einer Rede der „Elle Women In Hollywood Awards“ sprach sie über ihre negativen Erfahrungen mit der vermeintlichen Traumfabrik.

Die 24. Verleihung der Awards fand am Montagabend in Los Angeles statt. Und was Jennifer Lawrence über die Anfänge ihrer Karriere in Hollywood zu berichten hatte, lässt noch tiefer in das System aus Sexismus, Erniedrigung und Bloßstellung blicken. So wurde sie ausgerechnet von einer weiblichen Produzentin aufgefordert, 15 Pfund in zwei Wochen abzunehmen. Das Motto: Wer nicht spurt, fliegt raus. Eine andere Schauspielerin sei im Vorfeld entlassen worden, weil sie diese Vorgaben nicht erfüllen konnte. Bei einem anschließenden Casting hätte sie sich nackt mit fünf viel dünneren Frauen aufreihen müssen, die Intimstellen waren dabei sporadisch mit Tape abgedeckt. Doch damit nicht genug: „Nach dieser erniedrigenden und demütigen Aufstellung sagte die Produzentin, ich solle die Nacktfotos als Inspiration für meine Diät nutzen.“

Auf Nachfrage bei einem anderen Produzenten, was es denn mit diesem unrealistischen Diät-Wahn auf sich habe, entgegnete dieser Lawrence, dass er es auch nicht verstehen könne, warum sie alle für „zu fett“ halten: Sie sei doch „absolut fickbar“.

Anfänglich traute sich die Schauspielerin nicht, diesen Umgangsformen etwas entgegenzusetzen: „Ich wollte einfach eine Karriere.“ Doch mit der Zeit wehrte sie sich, manche nannten sie „einen Albtraum“. Mit ihrer Rolle als Katniss Everdeen in der „Tribute von Panem“-Filmreihe schaffte sie den Durchbruch – sowohl als gefeierte Schauspielerin, als auch damit, dem entsetzlichen Hollywood-System endgültig die Stirn zu bieten.