Jedes sechste Kind lebt in Krisenregion

Weltweit wächst jedes sechste Kind in Krisenregionen auf. Laut der neuesten Studie der Hilfsorganisation Save the Children ist die Lage von Kindern in Not so schlimm wie lange nicht mehr. Der Titel des Berichts "Krieg gegen Kinder" gibt einen Vorgeschmack auf die veröffentlichten Daten. So habe sich die Zahl getöteter oder verletzter Kinder in den vergangenen acht Jahren verdreifacht.

Kitty Arie (Kampagnendirektorin Save the Children): "Kinder in Krisenregionen erleben eine ganze Menge psychosozialer Traumata, einschließlich Alpträume, Bettnässen und die Unfähigkeit sich zu konzentrieren oder in der Schule zu bleiben. Es gibt wiederkehrende traumatische Störungen."

Verstümmelungen, sexueller Missbrauch und Kindersoldaten

Afghanistan, Syrien und Somalia waren zuletzt die gefährlichsten Länder für Kinder. Hier drohen ihnen Verstümmelungen, sexueller Missbrauch oder etwa die Rekrutierung als Kindersoldaten.

Kitty Arie (Kampagnendirektorin Save the Children): "Kinder in Konfliktgebieten sind in den letzten 20 Jahren wirklich viel gefährdeter gewesen als je zuvor. In Syrien, wo wir bereits das siebte Kriegsjahr haben, sehen wir einige neue Tiefpunkte in Bezug auf Aggressionen und Angriffe auf Kinder. Darunter: die Bombardierung von Krankenhäusern und Schulen, der Einsatz chemischer Waffen und die Verweigerung humanitärer Hilfe."

Besonders der Einsatz explosiver Waffen in besiedelten Gebieten sowie die immer längeren Konflikte seien Schuld am dramatischen Anstieg betroffener Kinder. Save the Children fordert nun, dass das humanitäre Völkerrecht eingehalten werden soll.