Jean-Marie Le Pen verteidigt Folter während Kolonialherrschaft in Algerien

Le Pen verteidigt Folter in Algerien

Der französische Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen hat die Folter unter französischer Kolonialherrschaft in Algerien verteidigt. Auch er selbst hätte als junger Soldat "seine Pflicht getan", wenn sein Kommando dies von ihm verlangt hätte, sagte Le Pen am Montag dem Sender RTL. Der 89-Jährige bringt am Mittwoch den ersten Band seiner Memoiren heraus. Der Algerienkrieg spielt darin eine zentrale Rolle.

Die französischen Sicherheitskräfte hätten im Kampf um die Unabhängigkeit Algeriens bis 1962 die Aufgabe gehabt, "um jeden Preis die schreckliche Bedrohung des Terrorismus mit hunderten Toten, Verletzten und Verstümmelten auszumerzen", sagte Le Pen. Er selbst habe aber als Fallschirmjäger nie gefoltert, bekräftigte er.

In seinen Memoiren verteidigt Le Pen die französischen Foltermethoden als "so wenig gewaltsam wie möglich". Es habe Schläge und vorgetäuschtes Ertränken gegeben, "aber keine Verstümmelungen, nichts, was die körperliche Unversehrtheit gefährdet".

Le Pen hatte die Front National 1972 im rechtsextremen Spektrum gegründet. Seit 2015 ist er aus der Partei ausgeschlossen. Seine Tochter und Parteichefin Marine Le Pen wirft ihm unter anderem vor, die NS-Gaskammern wiederholt als "Detail" der Geschichte des Zweiten Weltkriegs bezeichnet zu haben, wofür er mehrfach verurteilt wurde.