Jay Z spielt in seinem Video "Friends" nach und übt Kritik

Jay Z spielt in seinem Video "Friends" nach und übt Kritik

Jay Z veröffentlichte am Freitag das Musikvideo zu seinem neuen Song "Moonlight". In diesem hat der US-Rapper die erfolgreiche Sitcom "Friends" neu aufgelegt, und zwar mit schwarzen Darstellern.

Das Video zu dem Song "Moonlight", welcher von Jay-Zs neuem Album "4:44" stammt, erschien am 4. August um 4:44 Uhr auf der Streamingplattform "Tidal". Der Clip beginnt mit der Nacherzählung einer "Friends"-Episode aus Staffel 3: "Eile mit Weile".

Die violetten Wände, das schräge Dachfenster, der verschnörkelte Rahmen um den Türspion: Alles erinnert an die einstige Erfolgsserie – mit einem Unterschied. Statt Matthew Perry, Courtney Cox oder Jennifer Anniston performen schwarze Schauspieler.

So schlüpft Issa Rae in die Rolle von 'Rachel' und Tiffany Haddish in die von 'Phoebe'. Thessa Thompson spielt 'Monica' und Jerrod Carmichael 'Ross'. Die unzertrennlichen Freunde 'Chandler' und 'Joey' werden hingegen von Lakeith Stanfield und Lil Rel dargestellt.

Doch dabei bleibt es nicht: Denn das Musikvideo von Jay Z ist nicht nur eine einfache Nacherzählung von "Friends". Es steckt auch Kritik darin, und zwar gegen die Erfolgsserie, die lediglich mit Weißen in den Hauptrollen aufwartete und auf Latinos, Schwarze aber auch Homosexuelle verzichtete.

In den Lyrics heißt es beispielsweise unter anderem: "We stuck in La La Land/Even if we win, we lose", zu Deutsch: "Wir sind stecken fest im La La Land/Selbst wenn wir gewinnen, verlieren wir." Damit spielt Jay Z offensichtlich auf die diesjährige Oscar-Verleihung an.

Im Februar kassierte "Moonlight", der erste LGBT-Film mit schwarzen Darstellern, den Oscar als "Bester Film", nachdem Warren Beatty und Faye Dunaway jedoch zunächst fälschlicherweise die Macher von "La La Land" als Gewinner ausgerufen hatten – für Jay Z ein Symptom einer immer noch bestehenden Ungleichheit zwischen Weißen und Schwarzen in den Vereinigten Staaten.