Jay-Z bekennt sich in neuem Album zu Ehefrau Beyoncé und seiner lesbischen Mutter

US-Rapper Jay-Z hat seine Ausnahmestellung in den US-Albumcharts zementiert. Mit seinem neuen Album "4:44" bringt es der Musiker auf nunmehr 14 Erstplatzierungen unter den Solokünstlern, wie der Branchendienst Nielsen Music am Sonntag bekannt gab

US-Rapper Jay-Z hat in sein neues Album viele Hinweise auf sein Privatleben gesteckt. Auf seinem 13. Studioalbum "4:44", das am Freitag erschien, entschuldigt er sich offenbar bei seiner Ehefrau Beyoncé für einen Seitensprung. Die Popsängerin hatte Jay-Z ihrerseits auf ihrem Album "Lemonade" vorgeworfen, sie betrogen zu haben.

In einem Gospel-Stück setzt Jay-Z zu einer langen Entschuldigung an und rappt Sätze wie "Unsere Liebe war für die Ewigkeit" und "Was nützt ein Dreier, wenn Du eine Seelenverwandte hast?". Im Titelsong "4:44" deutet er an, dass die jüngst von Beyoncé zur Welt gebrachten Zwillinge auf natürliche Weise gezeugt wurden. Der Titel ist nach seinen Angaben die Uhrzeit, zu der er an dem Tag aufwachte, an dem er das Lied schrieb.

In dem Lied "Smile" bestätigt Jay-Z, dass seine Mutter lesbisch ist, und beschreibt, wie sie wegen ihrer Stigmatisierung Drogen nahm. Er berichtet von seiner schwierigen Kindheit in New York , wo er ohne Vater aufwuchs. Zu Beginn seiner Karriere hatte Jay-Z wie die meisten Rapper seiner Generation homophobe Texte zum Besten gegeben, später setzte er sich hingegen für die Rechte von Schwulen und Lesben ein.

Das Album enthält auch Kritik am fortwährenden Rassismus in den USA. In "Moonlight" spielt Jay-Z auf die Verwechslung bei der Oscar-Verleihung an, als fälschlicherweise die Musical-Romanze "La La Land" zum Sieger erklärt wurde anstelle des Schwarzen-Dramas "Moonlight": "Wir stecken im La La Land fest. Selbst wenn wir gewinnen, verlieren wir", heißt es in dem Text.

Jay-Z, der mit bürgerlichem Namen Sean Carter heißt, war Mitte Juni als erster Hip-Hop-Star in die Songwriter Hall of Fame eingezogen. Die Laudatio hielt Ex-US-Präsident Barack Obama, der sich als langjähriger Fan von Jay-Z und Seelenverwandter bezeichnete. Jay-Z und Beyoncé haben außer ihrer im Juni geborenen Zwillinge eine fünfjährige Tochter.