Jared Kushner nutzte privaten E-Mail-Account

Einst hatte Donald Trump Hillary Clinton scharf kritisiert, da sie als Außenministerin private E-Mails versendete. Jetzt kommt heraus: Auch sein Berater Jared Kushner nutzte eine privates Konto für Regierungsarbeiten.


US-Präsidentenberater Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump, hat seinen privaten E-Mail-Account für Regierungsarbeiten im Weißen Haus benutzt. Kushner habe weniger als 100 entsprechende E-Mails geschickt oder darauf geantwortet, sagte der Anwalt Abbe Lowell in einer Mitteilung. Dies sei zwischen Januar und August geschehen.

„Diese (E-Mails) haben oftmals Nachrichtenartikel oder politische Kommentare weitergeleitet“, sagte Lowell. Der Mail-Verkehr sei vor allem entstanden, wenn jemand Kushner zunächst über seine private Adresse und nicht über die des Weißen Hauses kontaktiert hätte. Jede nicht-persönliche Nachricht sei an seinen offiziellen Account weitergeleitet und so gespeichert worden. „Politico“ hatte zuerst über Kushners Gebrauch der privaten Mailadresse berichtet.

Die Nutzung des persönlichen E-Mail-Accounts für Regierungsangelegenheiten wird in den USA stark debattiert und war Streitpunkt im Wahlkampf 2016. Das FBI ermittelte gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, da sie als US-Außenministerin einen privaten E-Mail-Server genutzt hatte. Der damalige FBI-Direktor James Comey hatte deren Vorgehen sowie das ihrer Berater im Umgang mit vertraulichen Informationen als extrem sorglos bezeichnet. Zugleich ergaben die Ermittlungen aber, niemand habe absichtlich gegen das Gesetz verstoßen wollen.

Trump dagegen hatte wiederholt gefordert, Clinton müsse strafrechtlich verfolgt werden. Auch als Präsident setzte er teilweise weiter auf diesen Kurs: Bei einer politischen Veranstaltung in Alabama sagte er am Freitag an Unterstützer gewandt, die Clintons Inhaftierung forderten, darüber müssten sie mit Justizminister Jeff Sessions sprechen.