Japans Verteidigungsministerin tritt zurück

Japans Verteidigungsministerin Tomomi Inada

Japans Verteidigungsministerin Tomomi Inada ist nach einem Skandal um ihren Umgang mit Militärdokumenten von ihrem Amt zurückgetreten. Sie habe ihr Rücktrittsgesuch Premierminister Shinzo Abe übergeben, sagte Inada am Freitag bei einer Pressekonferenz in Tokio. Der Regierungschef habe ihren Rücktritt akzeptiert.

Die enge Vertraute Abes hatte ihr Amt im August 2016 angetreten. Zu dieser Zeit galt sie auch als mögliche künftige japanische Regierungschefin. In den vergangenen Monaten wuchs jedoch die Kritik an ihrer Amtsführung. Für Kontroversen sorgte insbesondere ihr Umgang mit Armeeberichten von japanischen Blauhelmsoldaten aus dem Südsudan, in denen eine Verschlechterung der dortigen Sicherheitslage aufgezeigt wird.

Zudem rief Inada vor den Regionalwahlen in Tokio im Namen des Verteidigungsministeriums dazu auf, die liberaldemokratische Partei (LDP) zu wählen, der auch Abe angehört. Nach Inadas Rücktritt trat Abe vor die Presse und entschuldigte sich "von ganzem Herzen". Er sei als Premierminister für sein Kabinett verantwortlich. Japanischen Medienberichten zufolge plant Abe, in der kommenden Woche sein Kabinett umzubilden.