Japans Olympia-Ministerin wird neue Cheforganisatorin der Sommerspiele

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Seiko Hashimoto

Die japanische Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto wird neue Cheforganisatorin der Olympischen Sommerspiele in Tokio. Die siebenmalige Olympia-Teilnehmerin Hashimoto wurde am Donnerstag zur Nachfolgerin des bisherigen Cheforganisators Yoshiro Mori ernannt, der vor wenigen Tagen nach frauenfeindlichen Äußerungen zurückgetreten war. Sie werde "keine Mühen scheuen, um die Spiele von Tokio zu einem Erfolg zu machen", kündigte die 56-Jährige an. Dabei stünden Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie ganz oben auf ihrer Agenda.

Hashimoto hatte als Eisschnellläuferin und Bahnradfahrerin siebenmal an Olympischen Spielen teilgenommen. Vor ihrer Ernennung zur Cheforganisatorin legte sie ihren Ministerposten nieder.

Der bisherige Cheforganisator Mori war in der vergangenen Woche nach einem Sturm der Entrüstung zurückgetreten. Der 83-Jährige hatte vor Mitgliedern des Japanischen Olympischen Komitees (JOC) gesagt, Frauen würden Vorstandssitzungen in die Länge ziehen, weil sie zu viel redeten. Damit hatte er heftige Proteste von Sportstars, Sponsoren und Sportfunktionären im In- und Ausland ausgelöst, Hunderte freiwillige Olympia-Helfer zogen sich zurück.

Der Wirbel kam für das JOC zur Unzeit. Knapp ein halbes Jahr vor dem geplanten Beginn der Olympischen Sommerspiele gilt in mehreren Regionen des Landes, darunter auch im Großraum Tokio, weiterhin der Corona-Ausnahmezustand. 80 Prozent der Bevölkerung lehnen die Austragung der Spiele in diesem Jahr ab.

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