Japanische Medien: Abes mutmaßlicher Mörder soll psychiatrisch untersucht werden

Der mutmaßliche Mörder des früheren japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe soll nach Medienberichten psychiatrisch untersucht werden. Das Bezirksgericht in Nara habe dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf eine entsprechende Untersuchung des 41-jährigen Tatverdächtigen Tetsuya Yamagami zugestimmt, berichteten die Zeitung "Asahi Shimbun" (Samstagsausgabe) und andere Medien unter Berufung auf nicht genannte Ermittler. Eine Bestätigung durch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht war zunächst nicht zu erhalten.

Abe war am 8. Juli bei einem Wahlkampfauftritt in der westjapanischen Stadt Nara niedergeschossen worden. Wenige Stunden später wurde der 67-Jährige im Krankenhaus für tot erklärt. Yamagami soll Abe ins Visier genommen haben, weil er den konservativen Politiker mit einer Kirche in Verbindung brachte, die er für finanzielle Schwierigkeiten seiner Familie verantwortlich machte.

Die Ermittler wollen den Berichten zufolge herausfinden, ob Yamagami schuldfähig war. Abe war Japans prominentester Politiker. Er hielt auch nach seinem Rücktritt im Jahr 2020 eine angesehene Stellung im öffentlichen Leben. Zugleich polarisierte er, indem er Vorwürfe der Vetternwirtschaft auf sich zog und nationalistische Ansichten vertrat.

ao/lan

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