Japan verfolgt chinesische Fregatte in der Nähe umstrittener Inseln

Inseln heißen in Japan Senkaku, in China Diaoyu

Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr ist nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums ein chinesisches Kriegsschiff in der Nähe umstrittener Inseln im Ostchinesischen Meer aufgetaucht. Zudem sei am Donnerstag ein U-Boot in der Nähe der sowohl von Japan als auch von China beanspruchten Inselgruppe entdeckt worden. Tokio berief den chinesischen Botschafter ein, Peking sprach von einer Maßnahme zur "Überwachung".

Schiffe der japanischen Marine hätten die 4000 Tonnen schwere chinesische Fregatte am Donnerstag gegen 11.00 Uhr (Ortszeit) in der maritimen Anschlusszone um die Küsten der Inseln entdeckt, sagte ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums. Die Anschlusszone ist eine seerechtliche Zone, die sich zwölf Seemeilen über die Hoheitsgewässer hinaus erstreckt. Der Bereich gilt grundsätzlich als internationales Gewässer, in dem der Anrainerstaat aber über gewisse begrenzte Rechte verfügt.

Zudem sei ein U-Boot unbekannter Herkunft in der Anschlusszone gesichtet worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Details zu dem U-Boot, etwa zur Herkunft, gab das Ministerium zunächst nicht bekannt.

Die Fregatte und das U-Boot hätten die Gewässer um die Inseln bis zum Nachmittag wieder verlassen, erklärte das japanische Verteidigungsministerium.

Es handle sich um das erste "Eindringen" Chinas seit Juni 2016, sagte der Ministeriumssprecher. Japan habe das Kriegsschiff und das U-Boot "beobachtet" und sie in Nachrichten darauf aufmerksam gemacht, dass sie in die Anschlusszone "in der Nähe des japanischen Territoriums" gefahren seien.

Die Zugehörigkeit der von Japan verwalteten Inseln im Ostchinesischen Meer ist jedoch umstritten. In Japan werden sie Senkaku genannt, China bezeichnet sie als Diaoyu-Inseln. 2012 hatte Japan die Inseln vollständig übernommen. China akzeptierte das nicht, die Beziehung der beiden Staaten verschlechterte sich deutlich. Zuletzt gab es aber wieder Bemühungen um Entspannung.

Japans Vize-Außenminister Shinsuke Sugiyama habe am Donnerstag den chinesischen Botschafter einberufen und gegen das Eindringen protestiert, wie das Außenministerium in Tokio mitteilte. Sugiyama habe seine "ernsten Sorgen" ausgedrückt und China "eindringlich gebeten", die Verbesserung der japanisch-chinesischen Beziehungen nicht "zu stören".

In Peking sagte ein Sprecher des Außenministeriums, das Kriegsschiff und das U-Boot seien zur "Überwachung der Aktivitäten der japanischen Seite" entsandt worden. Er wiederholte, dass China Anspruch auf die umstrittenen Inseln erhebt.