Japan gedenkt sieben Jahre nach Tsunami und Atomkatastrophe der Opfer

Menschen in Tokio gedenken Tsunamiopfern

Japan hat mit einer Trauerzeremonie der Opfer des tödlichen Erdbebens, des folgenden Tsunamis und der Atomkatastrophe in Fukushima vor sieben Jahren gedacht. "Ich drücke all jenen mein Beileid aus, die ihre geliebten Familienmitglieder oder Freunde verloren haben", sagte Japans Regierungschef Shinzo Abe am Sonntag in Tokio. Um 14.46 Uhr (Ortszeit), der exakten Uhrzeit des Bebens, hielt Abe zusammen mit Parlamentsabgeordneten und Opferangehörigen in stillem Gebet inne.

Bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011 gab es den Behörden zufolge 18.434 Tote oder Vermisste. Weitere 3600 Menschen, die meisten von ihnen aus Fukushima, starben an Krankheiten oder nahmen sich in Folge der Katastrophe das Leben, wie Regierungsdaten zeigen. Todesfälle als direkte Folge der Nuklearkatastrophe gab es nach offiziellen Angaben nicht.

Mehr als 73.000 Menschen sind infolge der Katastrophe weiterhin ohne festen Wohnsitz. Trotz Bemühungen der Regierung, einige der ehemaligen Sperrzonen wieder zu besiedeln, will etwa die Hälfte der Bewohner von Städten wie Namie und Tomioka nicht zurückkehren, wie eine Umfrage Anfang März ergab.

Das Erdbeben der Stärke 9,0 hatte einen Tsunami im Pazifischen Ozean ausgelöst, der unter anderem das Atomkraftwerk in Fukushima überflutete und eine Kernschmelze auslöste. Es war die schlimmste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl im Jahr 1986.