Kim trifft Trump: Das verbirgt sich hinter dem Wort "Jangmadang"

Wan Heo
Kim in einer Textil-Fabrik.

Die beste Erklärung für die jüngste soziale Entwicklung in Nordkorea ist eigentlich ganz kurz: “In dem Land gibt es zwei politische Kräfte: die Partei der Arbeit Koreas (PdAK) und Jangmadang.”

Das schrieb der südkoreanische Politikwissenschaftler Yoon Duk-min im April 2016. Der Titel seines damaligen Berichts: “Nordkoreas Weg zur Transformation”.

Die PdAK ist die von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un angeführte Einheitspartei des Landes – ihre Macht ist allgegenwärtig und bekannt.

Aber Jangmadang?

Der Anziehungskraft des Marktes 

Der Sammelbegriff bezeichnet die verschiedenen Märkte, die es in dem ostasiatischen Land gibt: die Märkte der Bauern, die lokalen oder die Schwarzmärkte.

► Die Jangmadang sind streng nach Artikeln unterteilt: Kleidung, Getreide, Fleisch, Kosmetika.

►  Jeder Teil ist noch einmal weiter untergliedert, beispielsweise in Herren-, Frauen- und Kinderkleidung. Die Händler tragen Uniformen und ein Abzeichen auf der Brust, das ihren Namen und die jeweilige Zugehörigkeit anzeigt.

“Um den Markt herum gibt es sogenannte ‘Gangster’, die von den Händlern Geld bekommen, um Kunden anzulocken”, erklärt die konservative südkoreanische Tageszeitung “Dong-a Ilbo”.

Im Norden gebe es mehr als 500 Märkte und mehr als eine Million Menschen, die in diesem Gewerbe tätig seien. Die Händler sind der Zeitung zufolge die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Anteil an Mobiltelefonen.

Die unsichtbare Hand 

In Yoons Analyse spielen die Jangmadang eine zentrale Rolle beim gegenwärtigen Wandel in Nordkoreas.

Wie viele Experten auch erkennt der Politologe in dem Land eine fortschreitende “Vermarktlichung” – ein Trend, der zur Öffnung des Landes beigetragen habe und schließlich auch zum Treffen von Kim mit US-Präsident Donald Trump am Dienstag führte.

Beispiele für die wirtschaftliche Öffnung und Liberalisierung Nordkoreas gibt es viele:

► Mehr als jeder zehnte Nordkoreaner nutzt schon ein...

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