Jamie Dimon bereut Bitcoin-Schelte


Jamie Dimon bereut seine drastische Kritik am Bitcoin. Der CEO der führenden US-Investmentbank JP Morgan Chase sprach am Dienstag in einem Interview von einem Fehler. „Ich bereue es, diese Aussagen gemacht zu haben,“ sagte Dimon dem amerikanischen TV-Sender Fox Business News in San Francisco.

Im September hatte der Top-Verdiener unter den Banken-Chefs die Kryptowährung auf einer Konferenz noch als „Betrug“ bezeichnet. In der Kryptogemeinde traf er Unverständnis, teilweise auf Anfeindungen, andere Banker und Behördenoffizielle stimmten ihm zu. Schon in den Monaten zuvor hatte er die Kryptowährung mehrmals kritisiert. Im Herbst legte er dann nach: Wer Bitcoin kaufe, sei dumm. Mitarbeiter, die mit Bitcoin handeln, würde er innerhalb von Sekunden feuern.


Ihn selbst, sagte Dimon, interessiere das Thema Bitcoin bestenfalls am Rande. Für die Branche aber wachse die Bedeutung der Blockchain-Technologie, die hinter Kryptowährungen wie etwa Bitcoin steckt. Die Zahl der Unternehmen, die die Blockchain nutzten, um ihre Daten aufzuzeichnen, wachse.

Über die umstrittenen ICOs sagte der JP-Morgan-Chef – eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Finanzwelt –, man müsse diese im einzelnen betrachten. ICO steht für Initial Coin Offering und meint eine Art virtuellen Börsengang. Bei dem erhalten Kunden sogenannte Token, die selbst als Kryptowährung gehandelt werden können.

Sie können Ansprüche wie etwa eine Gewinnbeteiligung beinhalten. Die Zahl solcher ICOs stieg nach dem Bitcoin-Boom deutlich an. Die virtuellen Börsengänge gerieten aber auch ins Visier der Aufsichtsbehörden, die vor Betrug und nur geringen Investorenschutz warnen.