Jamaikas Botschafterin erfreut über Koalitionsdebatte in Deutschland

CDU, CSU, FDP und Grüne setzen am Dienstag ihre Sondierungen fort. Die Zeit für Kompromisse läuft allmählich ab: Am Donnerstag sollen die Sondierungen - womöglich in einer langen Nachtsitzung - beendet werden

Angesichts der Koalitionsüberlegungen in Deutschland freut sich die Botschafterin Jamaikas über die "tolle Markenwerbung" für ihr Land: "Das ist natürlich wundervoll, dass hier gerade jeder den Namen unserer Heimat im Munde führt", sagte die Botschafterin der Karibikinsel in Berlin, Margaret Jobson, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstagsausgabe). Auch das Außenministerium des Inselstaates wisse das zu schätzen.

Eine sogenannte Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen wäre ein gutes Omen für die deutsche Politik, zeigte sich die Botschafterin überzeugt. Schließlich funktioniere selbst die Einstimmenmehrheit der jamaikanischen Regierung im Parlament in Kingston "einwandfrei".

Jobson bemühte sich, mit einem Klischee über ihr Land aufzuräumen: "Bei uns läuft nicht jeder bekifft herum", sagte die Diplomatin. Dass ihre Landsleute hingegen immer gute Laune hätten sei korrekt: "Unsere Menschen sind gut drauf und lieben Menschen."

Da die SPD nach ihrer herben Niederlage bei der Bundestagswahl am Sonntag in die Opposition gehen will, gilt ein Jamaika-Bündnis derzeit als einzige realistische Regierungsoption im Bund.