Jamaika-Abbruch: FDP-Urgestein Brüderle lobt Lindner für „mutige“ Entscheidung

Christoph Asche
FDP-Chef Lindner hat die Jamaika-Sondierungen abgebrochen - Rainer Brüderle begrüßt diese Entscheidung

FDP-Urgestein Rainer Brüderle begrüßt den Abbruch der Jamaika-Sondierungen durch die FDP. „Das war mutig und letztendlich wohl notwendig. Wenn eine Koalition nicht auf Vertrauen gegründet werden kann, sondern ständig über öffentliche Äußerungen neues Misstrauen gesät wird, dann muss man den Mut haben, zu sagen, es geht nicht“, sagt Brüderle gegenüber Business Insider. Die FDP habe staatspolitisch Verantwortung übernommen.

„Mein Eindruck war, dass es bei dem ein oder anderen der Sondierer eher um ein ‘Durchwursteln’ und ‘Weiter so’ gegangen ist als um eine wirkliche Modernisierung des Landes“, sagt Brüderle. Zur öffentlichen Kritik am Rückzug der Liberalen aus den Sondierungsgesprächen sagt er: „Dass nun die Kassandra-Rufe erschallen, war zu erwarten. Glaubwürdig sind sie nicht.“

FDP-Rückzug aus Sondierungen löst neue politische Krise aus

Nach wochenlangen Verhandlungen hatte die FDP am Sonntag kurz vor Mitternacht die Jamaika-Sondierungen abgebrochen und damit eine politische Krise in Deutschland ausgelöst. 

„Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“, sagte Parteichef Christian Lindner in Berlin. „Den Geist des Sondierungspapiers können und wollen wir nicht mitverantworten.“ CDU-Chefin Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer wie auch die Grünen-Spitze bedauerten die Entscheidung. Merkel sagte, sie werde Deutschland auch als geschäftsführende Kanzlerin durch schwierige Wochen führen. Die Grünen erhoben schwere Vorwürfe gegen die FDP, die ein Scheitern offenbar schon länger geplant hätten. 

CDU, CSU, FDP und Grüne hatten am Sonntag einen letzten Versuch unternommen, sich auf die Grundzüge eines gemeinsamen Regierungspapiers zu einigen. 

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