"Jahrhundertkoch" Joël Robuchon mit 73 Jahren gestorben

Sternekoch Joël Robuchon

Er wurde mit Kartoffelpüree berühmt und hatte weltweit die meisten Michelin-Sterne: Nun ist der französische Starkoch Joël Robuchon im Alter von 73 Jahren gestorben, wie die Regierung in Paris am Montag mitteilte. Robuchon erlag in Genf den Folgen eines Krebsleidens. Präsident Emmanuel Macron erklärte: "Mit seinem Namen und seinem Stil verkörperte er die französische Küche in der ganzen Welt."

Berühmt wurde Robuchon zu Beginn der 80er Jahre mit einem scheinbar einfachen Gericht: Kartoffelpüree. Dafür nehme er nur die allerbesten Zutaten, verriet der Koch. Auch mit Kaviargelee und Pasta mit Trüffeln und Foie Gras machte er sich einen Namen. Im Laufe seines Lebens sammelte er mit seinen Gourmettempeln insgesamt mehr als 30 Michelin-Sterne, so viele wie kein anderer Spitzenkoch. Derzeit kommen seine Restaurants auf 24 Sterne.

Der Gourmetführer Gault et Millau kürte Robuchon 1990 zum "Koch des Jahrhunderts" - gemeinsam mit Frankreichs Gourmet-"Papst" Paul Bocuse, dem Österreicher Eckart Witzigmann und dem Schweizer Frédy Girardet. Dennoch blieb Rebuchon dem breiten Publikum weniger bekannt als Bocuse, der im Januar im Alter von 91 Jahren starb. Mit dem Tod der beiden Spitzenköche sei "die französische Gastronomie in diesem Jahr in tiefer Trauer", erklärte Macron weiter.

In Paris betrieb Robuchon zuletzt zwei Spitzenrestaurants unter dem Namen "L'Atelier". Der verstorbene deutsche Gourmetkritiker Wolfram Siebeck lobte einmal deren "Kombination von feinster Qualität, höchster Präzision und ungewohnter Delikatesse", gepaart "mit der Funktionalität eines großstädtischen Lunchcounters".

Feinschmecker können Robuchons Kreationen unter anderem auch in New York, Las Vegas, London, Tokio und Genf kosten. Von Paris bis Shanghai habe Robuchon die französische Gastronomie "zum Strahlen gebracht", schrieb Regierungssprecher Benjamin Griveaux auf Twitter. "Er wird auch weiterhin die junge Generation von Köchen inspirieren."

Robuchon stammte aus einfachen Verhältnissen. Der Sohn eines Maurers und einer Hausfrau eröffnete 1981 sein erstes Restaurant in Paris. Schon drei Jahre später rückte der oft in Schwarz gekleidete Koch in den erlesenen Kreis der Küchenchefs mit drei Sternen auf.

Im Jahr 1996 kündigte Robuchon mit nur 51 Jahren den Rückzug aus seinen Restaurants an. Er wolle nicht an Herzinfarkt sterben wie andere Vertreter seines Metiers, erklärte er seinen überraschten Anhängern. Stattdessen startete er eine Karriere als Fernsehkoch und veröffentlichte Bücher. In der beliebten Sendung "Bon appétit bien sûr" (Natürlich guten Appetit) tischte er seinem Publikum einfache und günstige Gerichte auf. Im Jahr 2003 kehrte er dann zu seinen Wurzeln zurück und betrieb seitdem das "Atelier" in Paris.