Jahrhunderte alte Häuser verunstaltet: Puma wegen neuer Werbekampagne in der Kritik

Der drittgrößte Sportartikelhersteller der Welt sorgte bei Denkmalschützern für Verärgerung. (Bild: AP Photo/Christof Stache)

Der Sportartikelhersteller Puma wird heftig kritisiert. Wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, soll Puma in der Altstadt von Neu Delhi mehrere jahrhundertalte Fassaden mit Wandbildern besprüht haben. Es wurden vor allem auch Gebäude in Mitleidenschaft gezogen, die vom Mogulkaiser Shah Jahan im 17. Jahrhundert errichtet wurden. 

Die besprühten Wände dienen als Kulisse der neuen Schuhkampagne, die laut der Firma den „Schneid der indischen Straßen“ darstellen soll.

Mit „Suede Gully“ ist der Werbeclip betitelt, der auf viel internationale Kritik stieß. Der Name ist zusammengesetzt aus den Wörtern für das Schuhmaterial (Gully ist der englische Ausdruck für Velours) sowie dem Hindi-Wort Wort für Straße. Im Werbeclip selbst sind sind Rapper und Graffiti-Künstler vor besprühten Kulissen zu sehen. Auch in der Metropole Mumbai wurde gedreht.

Die Aktion zog die Wut von Denkmalschützern auf sich. Dem Gebäude wurde dauerhafter Schaden zugefügt, zitiert „The Guardian“ die Denkmalschützerin Swapna Liddle: „Das ist ein Kulturerbe-Gebiet[…] Man kann nicht einfach hingehen und malen, was man will.“ Nicht nur die Werbefilmer seien verantwortlich für diese „unsensible Aktion“, sondern auch der Sportartikelhersteller und „alle untätig zugesehen haben“. Auch der Historiker Rana Safvi zeigt sich empört: „Damit verunstaltet man die ganze Gegend.“

Puma erklärte in einem Statement: „Der Besitzer wusste nicht, dass sein Haus unter Denkmalschutz steht, und daher wurde uns das auch nicht mitgeteilt”. Uneinsichtig zeigt sich indes der Besitzer der Gebäude: Der indischen Zeitung „Indian Express“ erklärte er, dass es sich um seinen Privatbesitz handle, mit dem er verfahren könne, wie er es für richtig hält. Außerdem sehe die Gegend nun „viel besser und lebendiger“ aus.

Puma versprach, den ursprünglichen Zustand der Häuser wieder herzustellen.

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