Ein Jahresrückblick auf die nervigsten Instagram Trends 2017

Lisa Trautmann

Das Jahr 2017 liegt freilich noch nicht komplett hinter uns, aber es ist schließlich nie zu früh für einen gepflegten Jahresrückblick. Herzlich willkommen also bei „Das war euer Jahr – Die Instagram-Edition”. Vielleicht geht es nur mir so, aber in den vergangenen zehn Monaten war die App so präsent in meinem Alltag wie sonst nur meine Müdigkeit.

Entsprechend stand ich unter einem nicht enden wollenden Trenddauerfeuer, das seinesgleichen erst noch finden muss. 2017 war ein wahrer It-Pieces-Marathon. Kaum hatte man herausgefunden, wie man seine Wickelbluse denn nun am besten wickelt, wurde der Kleiderbügel schon wieder für schulterfreie Oberteile frei geräumt. Und als ich endlich eine dem Trend einigermaßen angemessene runde Neunzigerjahre-Sonnenbrille gefunden hatte, trugen Gigi und Konsorten schon wieder Modelle in XS-Format auf der Nase.

Give a woman a break! Fast Fashion ist in der Tat inzwischen so fast, dass das Hinterherkommen als tägliches Workout dicke ausreicht und man erst in der Lage ist auszusteigen, wenn man seinem Herzkasper erlegen ist. Natürlich backe ich ganz minikleine Brötchen, schließlich bin ich in meiner Position als Moderedakteurin quasi der Multiplikator ebenjener Instaphänomene. Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich gar in einem Volantwickelrock am Platz, ich Heuchlerin.

Diese Liste hätte noch viel länger sein können, glaubt mir, aber ich wollte hier nicht eure wertvolle Zeit vergeuden, das machen wir ja alle zur Genüge schon auf Instagram. Welcher Trend ging euch denn so richtig auf den Keks?

So, jetzt aber: Willkommen zu den aufdringlichsten Instagram-Trends 2017.

Die „Kurt Cobain“-Sonnenbrille

Kurt selbst hat sich vermutlich mehrmals im Grabe umgedreht und ich gestehe, ich wiederum hätte mit Sicherheit auch zugelangt, wenn ich mit diesem Modell nicht so unsagbar idiotisch ausgesehen hätte. Stattdessen tue ich jetzt so, als hätte ich sie eh nie gewollt und betreibe Fingerpointing.

Fotos / Instagram: @lindatol_ / @carodaur / @vanellimelli / @cestclairette 

Die Wickelbluse

Gerne in Kombination mit den Trends Gingham und Volant, war die Wickelbluse ein nicht wegzudenkendes Teil im sommerlichen Kleiderschrank der Influencer. Gerne so oft und schief gewickelt, dass möglichst viel Haut oder Schulter zu sehen war. Ich rieche in jedem Fall ein Comeback.

Fotos / Instagram: @stellavonsenger / @mvb / @wanyewest040 / @halemur

Das total schief / nur halb geknöpfte Hemd

Die Wickelbluse für Fortgeschrittene. Wer besonders forward war, hat diesen Sommer die Tradition des dekonstruierten Männerhemdes fortleben lassen und weiter Knöpfe dorthin geknöpft, wo sie der Hersteller nicht haben wollte. Wer dafür zu doof war (zum Beispiel ich), konnte auf eingangs genannte Wickelblusen oder schon fertig schief geknöpfte Hemden zurück greifen. That's fast fashion.

Fotos / Instagram: @lenas_view / @blogger_bazaar / @wanyewest040 / @tanzekind 

Die Korbtasche

Jeanne, j'accuse! Das französische It-Girl hat eine wahre Korbtaschenflut auf Instagram verursacht, was wiederum die gottgleiche Verehrung des ebenso unpraktischen wie wunderschönen Modells von Cult Gaia zur Folge hatte. Nun, wer mehrere hundert Euro für eine kleine Tasche ausgeben möchte, in die nichts hineinpasst und die man permanent in der Hand halten muss, den halte ich nicht auf.

Fotos / Instagram: @manrepeller / @blancamiro / @camillecharriere / @jeannedamas 

Alles mit Gingham

Gingham hatte immer diese Aura von ländlicher Unschuld. Dieser Sommer hat sie jedoch so was von weggefegt. Hosen, Blusen, Röcke, Kleider ... alles kam im Gingham daher und irgendwann flimmerte es einfach nur noch vor meinen Augen und ich dachte, ich müsste beim nächsten Anblick einer Picknickdecke wie ein Stier die Hörner schwingen.

Fotos / Instagram: @hoardoftrends / @vanellimelli / @xeniaoverdose / @ohhcouture 

Volants – in allen Größen und Formen

Volants haben es sich seit dem letzten Winter im kollektiven Trendgedächtnis gemütlich gemacht und holten diesen Sommer dann zum ultimativen Rundumschlag aus. Es gab (und gibt?) eigentlich kein Kleidungsstuck, bei dem findige Designabteilungen nicht noch irgendwo einen kleinen Schwung hatten annähen können. Und obgleich ich immer für verspielte Looks bin: Es reicht. Bitte lasst meinen Feed im Winter in Ruhe.

Fotos / Instagram: @marinathemoss / @ohhcouture / @nikejane / @novalanalove

Das Réalisation Par-Kleid

Oh, the irony! Der Traum vom waschechten Réalisation Par-Kleid (aka Emoji-Kleid) blieb für die meisten von uns dank eines Kaufpreises von mehreren hundert Euro unerfüllt. Dank der Highstreet Copycats konnte aber bald jeder in den Genuss gepunkteter, sternenbedruckter und geblümter Wickelkleider kommen – worauf mit jedem Instagram-Besuch mehrfach hingewiesen wurde. Danke dafür und tschüss, bis nächstes Jahr.

Fotos / Instagram: @margauxdereueme / @realisationpar / @laramariagraefen / @mvb 

Alles vom Coachella

Ich dachte, das vergangene Jahr war schon unerträglich. Aber 2017 hat dem dekadenten Hippiespektakel in Kalifornien wirklich noch mal die Krone aufgesetzt. Noch ein Bild mit hochgereckten Armen, herausgestreckter Zunge, zerschnitten Jeanshorts und Oberteilen, zehntausenden Ketten und diesem gottverdammten Riesenrad ...es war ein Unfollow-Marathon meinerseits, das kann ich euch sagen.

Fotos / Instagram: @lenas_view / @mvb / @stefaniegiesinger / @ohhcouture  

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