Jahrelang geleugnet und dann doch Vergewaltigung und Morde gestanden

Nach jahrelangem Leugnen hat ein wegen Vergewaltigung und Mordes verurteilter US-Häftling die Taten in der Wiederaufnahme seines Verfahrens doch noch gestanden, um der Todesstrafe zu entgehen. Reginald Clemons gab am Montag (Ortszeit) vor einem Gericht im Bundesstaat Missouri die Taten von 1991 im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft zu, mit der er seine erneute Verurteilung zum Tode abwendete. Wegen Vergewaltigung, Mordes und Raubes wurde er dann zu lebenslanger Haft verurteilt.

In dem Verfahren ging es um den Mord an den 19 und 20 Jahre alten Schwestern Robin und Julie Kerry in St. Louis. Die beiden jungen Frauen wurden nach ihrer Vergewaltigung von einer Brücke in St. Louis auf der berühmten Route 66 geworfen.

Clemons verbrachte nach seiner ersten Verurteilung 22 Jahre im Todestrakt und beteuerte stets seine Unschuld. Aktivisten kritisierten, er habe keinen fairen Prozess bekommen. Schließlich wurde das Todesurteil gegen ihn 2015 aufgehoben, weil die Ermittler ihn zur Erlangung eines Geständnisses verprügelt und Beweismittel unterschlagen hätten.

Die Staatsanwaltschaft monierte, dass Clemons sich erst jetzt zu seinen Taten bekenne. Der Generalstaatsanwalt von Missouri, Josh Hawley, erklärte, das Schuldgeständnis bringe den Angehörigen von Robin und Julie Kerry nun hoffentlich "ein bisschen Frieden".

Die Staatsanwältin von St. Louis, Jennifer Joyce, bezeichnete Clemons nach Angaben der Zeitung "St- Louis Post-Dispatch" als "Monster", das "der Familie der Opfer diese jahrzehntelange Qual angetan" habe. Schließlich habe Clemons die ganze Zeit gewusst, dass er sich dieser "entsetzlichen Verbrechen" schuldig gemacht habe.

Außer Clemons waren wegen der Tat drei weitere Männer verurteilt worden. Einer von ihnen wurde 2005 hingerichtet, die anderen beiden sitzen Gefängnisstrafen ab.