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Ein Jahr Ukraine-Krieg: Wie ukrainische Flüchtlinge in Deutschland systematisch in Schwarzarbeit vermittelt werden

Vor genau einem Jahr begann der Ukraine-Krieg. Viele Ukrainer flohen aus der Heimat. Heute werden ukrainische Flüchtlinge systematisch in Schwarzarbeit vermittelt werden. Business Insider berichtet.

Alexander Butenko vermittelt ukrainische Geflüchtete nach Deutschland in Schwarzarbeit – und schlägt daraus Profit. - Copyright: Getty Images: Lefym Turkin/Sarayut Thaneerat/NurPhoto/Wojtek Radwanski; Picture Alliance: Barbara Gindl; Business Insider / Lisa Kempke; Collage: Lisa Kempke
Alexander Butenko vermittelt ukrainische Geflüchtete nach Deutschland in Schwarzarbeit – und schlägt daraus Profit. (Bild Copyright: Getty Images; Collage: Lisa Kempke)

Am heutigen Freitag vor einem Jahr begann in der Nacht die russische Invasion in der Ukraine. Während anfangs viele Beobachter an einen schnellen Sieg Russlands glaubten, verteidigen die Ukrainer bis heute tapfer ihr Land.

Lest hier unsere Multimedia-Story "Das Geschäft mit ukrainischen Flüchtlingen"

Doch die Folge des Ukraine-Krieges sind nicht nur zigtausende Tote auf beiden Seiten. Millionen Ukrainer flüchteten seit Kriegsbeginn in die Nachbarländer, allen voran Polen. Aber auch Deutschland nahm Hunderttausende Flüchtlinge auf. Dabei landeten viele dieser Menschen durch skrupellose Geschäftsleute in der Ukraine und in Deutschland hierzulande auch in Schwarzarbeit und wurden ausgebeutet, wie zwei Journalistinnen von Business Insider nach monatelanger Recherche aufdecken können. Dafür haben Joana Lehner und Ekaterina Bodyagina im vorigen Jahr ein Netz von Jobvermittlern infiltriert. Außerdem erzählen sie die Geschichte einer 20-jährigen Ukrainerin, die von einem deutschen Unternehmer ausgebeutet wurde und bis heute auf ihren versprochenen Lohn wartet.

Die Spitze des deutschen Staates kommt im Schloss Bellevue zusammen

Zum ersten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine kommt die Spitze des deutschen Staates am Freitag im Schloss Bellevue in Berlin zu einer zentralen Veranstaltung zusammen. Eingeladen dazu haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev. Beide werden auch Reden halten. Außerdem ist ein eingespielter Redebeitrag des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgesehen.

Aus Solidarität mit dem von Russland völkerrechtswidrig angegriffenen Land soll vor dem Schloss Bellevue, am Reichstag und an anderen zentralen Gebäuden in Berlin die ukrainische Flagge gehisst werden. In der Hauptstadt und in vielen anderen Städten Deutschlands wurden aus Anlass des Jahrestags zahlreiche Demonstrationen angemeldet. Gegenüber der russischen Botschaft in Berlin soll ein in der Ukraine zerstörter russischer Panzer vom Typ T-72 als Zeichen des Protests aufgestellt werden.

An der Veranstaltung im Schloss Bellevue werden Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und zahlreiche Mitglieder seines Kabinetts teilnehmen. Auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und Bundesratspräsident Peter Tschentscher (beide SPD) werden erwartet. Scholz bezeichnet den Überfall Russlands auf die Ukraine als Zeitenwende, Steinmeier spricht von einem Epochenbruch.

Scholz will an Waffenlieferungen festhalten

Zuvor hatte Scholz das deutsche Vorgehen bei Waffenlieferungen an die Ukraine erneut verteidigt. "Wir sind fest entschlossen, immer im Einklang mit unseren Verbündeten zu handeln", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Er wehre sich daher gegen alle, die vorschlügen, dass man vorpreschen solle. Nicht "irgendwelche Rufe von irgendwem", ob auf der nationalen oder internationalen Bühne, seien entscheidend. "Die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes können sich darauf verlassen, dass ich mich nicht kirre machen lassen werde."

Scholz unterstrich die anhaltende Unterstützung für die Ukraine. Was Deutschland bei Waffenlieferungen mache, komme oft als erstes oder einziges und sei immer sehr wirksam bei der Verteidigung der Ukraine. Mit Blick auf Kritik an der deutschen Militärhilfe sagte der Kanzler, es mache keinen Sinn, "sich über die Größe des deutschen Engagements zu mokieren". Dies sei "etwas, das man nicht auf sich sitzen lassen muss". In Europa bestehe kein Misstrauen mit Blick auf Deutschland.

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